US-Präsident Donald Trump hat dem Iran mit Angriffen auf die zivile Infrastruktur gedroht, sollte die Führung in Teheran nicht an den Verhandlungstisch zurückkehren. Auf die Frage einer Journalistin, ob er dem Iran ein Ultimatum setze, bevor das US-Militär mit Bombenangriffen auf Brücken beginne, antwortete Trump jedoch ausweichend: „Ich mag es nicht, Fristen zu setzen.“ Diese Äußerung fiel nur wenige Stunden nach seinen ursprünglichen Drohungen.
Widersprüchliche Signale aus Washington
Der US-Präsident bekräftigte zunächst die Absicht, zivile Infrastruktur im Iran zu zerstören, schlug dann aber versöhnlichere Töne an. Auf Truth Social teilte Trump mit, der Iran habe einer Ende 2024 inhaftierten US-Bürgerin erlaubt, das Land zu verlassen. „Die Vereinigten Staaten von Amerika wissen diese Geste des guten Willens seitens des Irans zu schätzen!“, schrieb er. Details zu der Frau nannte Trump nicht, erklärte aber, dass sie sich außer Landes befinde und in Sicherheit sei. Am Dienstag hatte Trump in einem Fox-News-Interview noch gesagt: „Nächste Woche werden alle Kraftwerke und Brücken zerstört, es sei denn, sie kommen an den Verhandlungstisch und verhandeln.“ Er kündigte zudem weitere Attacken in den kommenden Nächten an.
Fünfte Angriffsnacht in Folge
Die US-Armee griff daraufhin die fünfte Nacht in Folge Ziele im Iran an. Ziel sei es, iranische Fähigkeiten auszuschalten, die die freie Schifffahrt in der Straße von Hormus bedrohten, erklärte das Regionalkommando Centcom auf der Plattform X. Später meldete das US-Militär, dass ein Kampfflugzeug auf einen unbeladenen Öltanker geschossen und ihn außer Gefecht gesetzt habe, als dieser versucht habe, die US-Blockade gegen iranische Häfen zu durchbrechen.
Erstes gewaltsames Stoppen eines Tankers
Das US-Kampfflugzeug habe „Hellfire-Raketen in den Schornstein des Schiffs abgefeuert“, teilte Centcom mit. „Das Schiff ist nicht länger auf dem Weg in den Iran.“ Bei dem Tanker handele es sich um die unter der Flagge von Curaçao fahrende „M/T Belma“. Es war das erste Mal, dass die US-Armee seit der Wiedereinsetzung der Blockade iranischer Häfen ein Schiff gewaltsam stoppte. In der Nacht konterte der Iran mit Attacken auf Kuwait und Bahrain. Die kuwaitische Armee teilte auf X mit, dass die Luftabwehr des Landes Drohnenangriffe bekämpfe. Diese kämen vom „ruchlosen iranischen Aggressor“.
Blockade und Vermittlungsbemühungen
Das US-Militär blockiert seit Dienstag wieder Schiffe, die iranische Häfen oder Küstengebiete ansteuern oder von dort wegfahren. Die USA und der Iran hatten Mitte Juni ein Rahmenabkommen unterzeichnet, das binnen 60 Tagen zu einem Friedensabkommen führen sollte. Trotz der jüngsten Eskalation dauern die Vermittlungsbemühungen an. Trump erklärte die Waffenruhe in der vergangenen Woche für beendet.



