Trump lehnt Macrons Hilfe bei Hormus-Mission ab – Merz will mit Partnern sprechen
Trump lehnt Macrons Hilfe bei Hormus-Mission ab

Trump lehnt Macrons Hilfe bei Hormus-Mission ab

Die Regierungschefs der G7-Staaten sind am Montagabend zu einem Arbeitsessen zusammengekommen. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, der den diesjährigen G7-Gipfel in Evian ausrichtet, hatte zuvor US-Präsident Donald Trump zu einem Zweiergespräch getroffen. Macron bot Trump erneut die militärische Unterstützung bei der Absicherung des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus an – ein Angebot, das Trump weitgehend ablehnte.

„Ich denke, wir brauchen nicht viel Hilfe, da wir ja ein Abkommen haben“, sagte Trump. Es sei aber „keine schlechte Idee, ein, zwei Schiffe von einigen Ländern dort zu haben“, fügte er gönnerhaft hinzu. Trump sagte in Evian, der Text des Abkommens solle „irgendwann nach Freitag“ auch veröffentlicht werden. „Es ist ein starker Text“, betonte der US-Präsident. Er bekräftigte, dass für die Durchfahrt durch die Straße von Hormus keine Maut erhoben werden solle. „Sie wird offen sein und gebührenfrei“, sagte Trump, der aber einräumte, dass es über dieses Thema „einen kleinen Streit“ gegeben habe.

Abgekühltes Verhältnis zwischen Trump und Macron

Bei der Pressebegegnung kurz vor ihrem Gespräch wirkten Trump und Macron relativ reserviert. Ihr Händedruck schien kurz und höflich – kein Vergleich zu früheren demonstrativen Gesten. Macron hatte Trump nicht wie angekündigt vor dem Hotel empfangen. Das Zweiertreffen mit dem US-Präsidenten verzögerte sich nach Trumps Ankunft im Hotel um eine Stunde – nach Angaben aus Macrons Umfeld dauerte dessen Gespräch mit dem brasilianischen Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva länger als geplant.

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Hintergrund könnte Trumps jüngste neue Drohung mit Strafzöllen auf französischen Wein und Champagner sein, falls Frankreich seine Digitalsteuer nicht abschaffen sollte.

Merz will mit Partnern sprechen

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte vor seinem Abflug zum G7-Gipfel Gespräche mit Partnerländern über eine mögliche Militärmission in der Straße von Hormus angekündigt. „Wir wollen uns mit unseren Partnern bei der Gewährleistung freier Schifffahrt in der Straße von Hormus auch engagieren“, sagte Merz am Montag am Berliner Hauptstadtflughafen. „Das tun wir, sobald die entsprechenden Voraussetzungen gegeben sind.“ Darüber wolle er mit US-Präsident Donald Trump sowie europäischen Partnern und Ländern der Region beim Gipfel der sieben großen Industriemächte (G7) im französischen Evian sprechen, sagte Merz. Er bekräftigte, die Straße von Hormus müsse „dauerhaft und uneingeschränkt für die freie Schifffahrt geöffnet werden“.

Marine steht bereit

Die Bundeswehr bereitet sich schon seit Wochen auf eine mögliche Mission zum Schutz der Schifffahrt in der Straße von Hormus vor. Dazu wurden bereits das Minenjagd-Boot „Fulda“ und der Tender „Mosel“ im östlichen Mittelmeer stationiert. Sie könnten laut Bundesverteidigungsministerium binnen sieben bis zehn Tagen vor Ort sein. Der Kanzler bekräftigte seine Äußerungen aus der Nacht zu einem zwischen den USA und dem Iran vereinbarten Rahmenabkommen für ein Ende des Konflikts in Nahost. „Ich begrüße sehr, dass sich die Vereinigten Staaten von Amerika und Iran auf ein Friedensmemorandum geeinigt haben“, sagte er. „Zu diesem diplomatischen Durchbruch gratuliere ich Präsident Trump und der iranischen Seite.“ Merz dankte auch „allen Partnern, die mitgeholfen haben, dies zu ermöglichen“.

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