Trump stellt Nato-Unterstützung vor Gipfel infrage – Kritik an Deutschland
Trump stellt Nato-Unterstützung vor Gipfel infrage

Trump attackiert Nato-Partner vor Gipfeltreffen

Kurz vor dem Nato-Gipfel in Ankara hat US-Präsident Donald Trump die Verbündeten scharf attackiert und die amerikanische Unterstützung für das Bündnis infrage gestellt. Auf seiner Plattform Truth Social schrieb Trump am Donnerstag, es sei „lächerlich“, die „einseitige“ Beziehung zu den Alliierten fortzusetzen. Mit Blick auf den Iran-Krieg und die aus seiner Sicht unzureichende Unterstützung der Partner erklärte er: „Sie waren nicht für uns da!!!“ Die Beziehungen zwischen Washington und der Nato beruhten „nicht auf Gegenseitigkeit“.

Trump listet Länder und Finanzzahlen auf

In seinem Beitrag führte Trump mehrere Länder auf, darunter Großbritannien und Italien, sowie Finanzzahlen, die einem Nato-Bericht für das Jahr 2025 zu Verteidigungsausgaben ähneln. Eine genaue Quelle nannte er nicht. Zu Deutschland machte er keine konkreten Angaben, behauptete aber, die deutschen Beiträge seien angeblich deutlich niedriger. Wie Trump zu dieser Annahme kommt, blieb unklar. Denn der Nato-Jahresbericht zeigt, dass Deutschland 2025 bei den Verteidigungsausgaben an Position zwei lag. Die Bundesrepublik steigerte ihre Ausgaben inflationsbereinigt um mehr als 20 Prozent auf 88,8 Milliarden Euro im Vergleich zu 2024.

Rekordsteigerung der Verteidigungsausgaben

Insgesamt erhöhten Deutschland und die anderen Nato-Partner der USA ihre Verteidigungsausgaben 2025 um eine Rekordsumme. Die Ausgaben der europäischen Alliierten und Kanadas stiegen um 19,6 Prozent auf 574 Milliarden US-Dollar. Trump beklagt seit langem, dass die USA traditionell die höchsten Verteidigungsausgaben leisten, die dem gesamten Bündnis zugutekommen. Die Kluft wird jedoch kleiner.

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Nato-Gipfel in Ankara und die Fünf-Prozent-Vorgabe

Auf dem Nato-Gipfel in Den Haag hatten sich die Alliierten auf Drängen Trumps verpflichtet, die Verteidigungsausgaben in beispielloser Weise anzuheben. Sie legten das Ziel fest, spätestens ab 2035 jährlich fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts in Verteidigung und Sicherheit zu investieren – so viel wie seit dem Kalten Krieg nicht mehr. Die Nato-Zahlen umfassen alle Verteidigungsausgaben eines Landes, nicht nur Truppen für Nato-Planungen.

Trump: USA ziehen keinen Nutzen aus der Nato

Trump schrieb in seinem Post, die Vereinigten Staaten gäben mit Abstand mehr Geld für die Nato aus als jedes andere Land, um das Bündnis zu schützen, „ohne selbst einen Nutzen daraus zu ziehen“. Zuletzt war der US-Präsident schlecht auf europäische Nato-Länder inklusive Deutschland zu sprechen, weil er Hilfe bei der Sicherung der Straße von Hormus im Iran-Krieg angefordert hatte, die aber ausgeblieben war. Trump hatte Verbündete damals als „Feiglinge“ bezeichnet. Der Gipfel in der Türkei findet am 7. und 8. Juli statt.

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