US-Präsident Donald Trump hat am Vorabend des 250. Jahrestags der Unabhängigkeitserklärung in einer aggressiven Rede am Nationaldenkmal Mount Rushmore im Bundesstaat South Dakota vor einer „Wiederkehr der kommunistischen Bedrohung“ gewarnt. Dabei griff er innenpolitische Gegner als „Radikale und Extremisten“ an und bezeichnete Einwanderer als Gefahr für die amerikanische Identität.
Rede am Mount Rushmore: Trump greift Demokraten scharf an
In seiner Ansprache am Freitag (Ortszeit) vor den in Fels gehauenen Porträts der früheren Präsidenten George Washington, Thomas Jefferson, Abraham Lincoln und Theodore Roosevelt sagte Trump: „Da wir uns diesem großartigen Jahrestag nähern, sehen wir, dass unsere amerikanische Identität erneut angegriffen wird.“ Er sprach von einem „unbestreitbaren Versuch“ in den vergangenen Jahren, den „außergewöhnlichen Charakter der USA zu verändern“ und „die Amerikaner von ihrer Geschichte zu entfremden“.
Trump erklärte: „Man kann Kommunist sein oder Patriot.“ Der Republikaner verwendet den Begriff Kommunismus seit einiger Zeit häufiger, um linke innenpolitische Gegner und deren Positionen zu attackieren. Hintergrund sind Erfolge von Vertretern des linken Flügels der Demokratischen Partei bei Vorwahlen vor den Zwischenwahlen im November.
„Kommunistische Bedrohung“ durch Einwanderer
Trump sprach zudem von einer „kommunistischen Bedrohung“ durch Einwanderer. Er bezog sich auf „Neuankömmlinge“, deren Ideen der amerikanischen Lebensweise und dem Erfolg des Landes widersprächen. „Wir werden das nicht zulassen“, betonte er. Zur Einwanderung sagte Trump: „Man muss nicht hier geboren sein, aber man muss lieben, was wir aufgebaut haben.“
Der 80-Jährige zeichnete in seiner Rede das Bild der USA als Nation, die sich auf Gott berufe. „Unsere Rechte“ seien von Gott verliehen worden, „der uns erschaffen hat.“ Er hob hervor: „Kein anderes Land hat dieser Welt mehr Gutes gebracht als die Vereinigten Staaten von Amerika.“ Trump erwähnte, dass man in den USA Englisch spreche, weil es die Sprache der Gründerväter sei, ohne auf die spanischsprachige Bevölkerung einzugehen.
Großes Feuerwerk in Washington geplant
Der Republikaner nutzt den 250. Jahrestag der Unabhängigkeitserklärung auch für große politische Auftritte. Am Unabhängigkeitstag selbst ist eine Veranstaltung im Stil eines Wahlkampfauftritts in Washington geplant, begleitet von Überflügen von Militärjets und einem Feuerwerk mit 850.000 Böllern, womit Trump einen neuen Weltrekord aufstellen will.
Die oppositionellen Demokraten werfen Trump vor, die 250-Jahr-Feiern für ein parteipolitisches Spektakel vor den Zwischenwahlen zum Kongress im November zu nutzen, die als wichtiger Stimmungstest gelten. Die USA begehen den Jahrestag in einer politisch tief gespaltenen Lage. Trumps Zustimmungswerte sind niedrig. Seine Gegner kritisieren unter anderem seine Einwanderungspolitik, Versuche zur Ausweitung der Macht des Präsidentenamts und den wachsenden Reichtum seiner Familie.
Nicht alle Jubiläumsveranstaltungen stießen auf große Resonanz: Eine „Great American State Fair“ in Washington zog nur wenige Besucher an und wurde wegen leerer Stände verspottet.



