Trumps 250-Jahre-USA-Party: Wenig Zulauf und Absagen
Trumps 250-Jahre-USA-Party: Wenig Zulauf und Absagen

Die Feierlichkeiten zum 250-jährigen Bestehen der USA begannen am Donnerstagabend in Washington mit einer enttäuschenden Auftaktveranstaltung. Nur wenige Zuschauer versammelten sich vor der Bühne, um Präsident Donald Trump zuzuhören. Statt der geplanten Gratiskonzerte gab es für das Publikum die selbsternannte „Attraktion Nummer Eins“ – Trump selbst. Der Grund: Die meisten eingeladenen Musiker hatten abgesagt, ihnen war die Veranstaltung politisch zu einseitig.

Trump tanzt, Kampfjets fliegen – doch kaum Zuschauer

Während Trump auf der Bühne tanzte und Kampfjets am Himmel flogen, blieb die Resonanz gering. SPIEGEL-Korrespondentin Britta Kollenbroich berichtete vor Ort: „Hier im Hintergrund auf der Bühne hat gerade Donald Trump seine Auftaktrede zu den Feierlichkeiten zum 250-jährigen Bestehen von den USA beendet. Und die wenigen Leute, die heute Abend hergekommen sind, denen hat das hier sehr gut gefallen, wie man gerade hört. Tanzt er da noch? Donald Trump hat hier auf der Bühne eine Rede gehalten, wie wir sie schon sehr, sehr oft gehört haben.“

In seiner Rede pries Trump die USA: „Heute haben wir die größte Volkswirtschaft der Welt, das stärkste Militär der Welt, die mächtigste Technologie der Welt und die großartigste Kultur der Welt. Und vor allem haben wir die großartigsten Menschen.“

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Trump kämpft um sein Vermächtnis

Kollenbroich analysierte die Motivation des Präsidenten: „In seiner zweiten Präsidentschaft, hier in seiner zweiten Amtszeit im Weißen Haus, geht es dann schon vor allen Dingen darum, sein Vermächtnis, seinen Platz in der Geschichte geradezurücken und sich zu sichern. Und das heute war sicherlich ein Teil davon. In den nächsten Tagen werden wir noch mehr sehen. Er hat gerade seinen Auftritt für den 4. Juli hier nochmal angekündigt und alle aufgefordert, hier nochmal herzukommen und ihn zu feiern.“

Trump selbst versprach: „Wir starten jetzt die unvergesslichste Geburtstagsparty, die jemals ein Land gesehen hat. Oh, ihr werdet eine Menge Spaß haben!“

Präsident verliert an Einfluss

Trotz der Inszenierung zeigte sich Kollenbroich skeptisch: „Auftritte wie heute dieser hier können aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Präsident seine Wirkmacht verloren hat. Er erreicht zwar noch MAGA-Anhänger wie die, die heute Abend hier hergekommen sind, aber er dringt nicht mehr durch zu seiner Partei und zum Volk. Das hat sich heute auch wieder gezeigt, als er in letzter Minute die Unterschrift unter einem von Demokraten und Republikanern gemeinsam durch den Kongress gebrachtes Gesetz verweigert hat, in dem es um bezahlbaren Wohnraum ging und er knüpft nun seine Unterschrift an die Bedingung, dass der Safe Act, die umstrittene Wahlrechtsreform, durchgebracht wird.“

Mit Blick auf die wichtigen Zwischenwahlen im November könnte es für Trump eng werden. Kollenbroich verwies auf eine Studie: „Nicht nur die Umfragewerte des Präsidenten sind im Keller, die Amerikanerinnen und Amerikaner blicken, das zeigt zumindest eine jüngst veröffentlichte Studie von Reuters und Ipsos, auch sehr pessimistisch auf die Zukunft des Landes. Sie sind besonders unglücklich darüber, in welche Richtung das Land und in welche Richtung sich die Regierung im Moment entwickeln.“

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