Trumps Pannenpool: Algen, 15 Millionen Dollar und sieben Festnahmen
Trumps Pannenpool: Algen, 15 Mio. Dollar und sieben Festnahmen

Der berühmte Reflecting Pool am Lincoln Memorial in Washington, D.C., einst Symbol für Anmut und Besinnung, ist zum Sinnbild für Donald Trumps chaotische Politik geworden. Was für die 250-Jahr-Feier der USA in strahlendem Blau erstrahlen sollte, ist inzwischen eine grünliche, müffelnde Brühe. Ein Ortsbesuch von SPIEGEL-Reportern enthüllt ein Desaster, das von technischem Versagen über fragwürdige Auftragsvergaben bis hin zu sieben Festnahmen reicht.

Von der Vision zur grünen Suppe: 15 Millionen Dollar versenkt

Donald Trump wollte den Pool vor dem großen Jubiläum am 4. Juli 2026 generalüberholen lassen. Die Idee: Grüne Algen raus, blaue Swimmingpool-Farbe rein. Ursprünglich veranschlagte Trump die Kosten auf 1,8 Millionen Dollar. Der Auftrag ging ohne Ausschreibung an einen befreundeten Unternehmer. Am Ende belief sich die Rechnung auf knapp 15 Millionen Dollar. Zunächst schien alles gelungen: Das Wasser leuchtete blau. Trump verkündete stolz: „Das wird 50 bis 100 Jahre halten, bevor man irgendetwas dran machen muss.“ Doch bereits zwei Tage nach dem Einlassen des Wassers kehrten die Algen zurück – und zwar üppiger als zuvor. „Sumpfiger, als ich erwartet hätte“, kommentierte ein Passant. Eine Passantin fügte hinzu: „Es riecht nicht gut, da bin ich ehrlich.“

Ein Medienphänomen: Von Wasserstoffperoxid bis Ozonbläschen

Der Reflecting Pool entwickelte sich in den USA zu einem regelrechten Medienphänomen, vergleichbar mit dem gestrandeten Buckelwal in der Ostsee. Fast täglich gab es neue, absurde Wendungen. Arbeiter versuchten, die Algen wegzuschrubben. Dann wurde Wasserstoffperoxid in den Pool gekippt, was jedoch nur die Ränder etwas blauer machte. Spezialmaschinen pumpten Ozonbläschen ins Wasser, um die Algen abzutöten. Schließlich löste sich die neue blaue Farbe großflächig vom Boden. Trump behauptete, mutwillige Zerstörung sei die Ursache: Jemand habe einen 100 Meter langen Schlitz in den Boden geritzt – „wahrscheinlich mit einem Teppich- oder einem sehr scharfen Rasiermesser“. Die angeblichen Beweisbilder überzeugten viele nicht. Seitdem durften Besucher das Wasser nicht mehr berühren, und die Nationalgarde patrouillierte um das rund 600 Meter lange Becken. Stand jetzt gab es sieben Festnahmen.

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Trump-Anhänger glauben an Vandalismus – Experten zweifeln

Trumps Anhänger kaufen ihm die Vandalismus-Behauptung ab. Ein Passant sagte: „Weil es Leute gibt in unserem Land, die sehr linksradikal sind und die Trump so sehr hassen, dass sie wollen, dass er dumm dasteht.“ Eine Passantin ergänzte: „Es ist schrecklich, dass Leute den Pool geschändet haben nach den Verschönerungsversuchen für den 4. Juli.“ Auf die Frage, ob sie an Vandalismus glaube, antwortete sie: „Es wurden Menschen verhaftet dafür. Also ja, so war es.“ Viele Bauexperten haben jedoch eine andere Vermutung: Die Arbeiten seien möglicherweise nicht fachgerecht durchgeführt worden. Ein Passant bemerkte: „Sie haben die Farbe nicht trocken lassen oder sowas. Als ich davon las, dachte ich: Was für ein Desaster!“

Trumps Rollenspiel: Präsidentenlimousine auf frischer Farbe

Ein weiterer möglicher Grund für das Desaster: Trump selbst fuhr mit seiner Präsidentenlimousine und dem gesamten Konvoi über den frisch versiegelten Poolboden, um die Farbe zu begutachten. Ein Passant kommentierte: „Solange man da kein Chlor reingibt und es in einen Swimmingpool verwandelt und Filteranlagen einbaut, wird das niemals blau werden.“ Kurz vor dem 4. Juli war das Wasser wieder relativ grün. Trump kündigte an, den Pool nach der großen Feier erneut renovieren zu lassen. Bis dahin reflektiert das Wasser nicht nur das Lincoln Memorial und das Washington Monument, sondern auch das Chaos, das dieser Präsident immer wieder anrichtet. Und die Explosionsgefahr? Die rührt von einem geplanten Feuerwerk zum 250-Jahr-Jubiläum her – vermutlich ein großartiges, nie dagewesenes.

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