Explosion in Monaco: Ukrainischer Milliardär Jermolajew schwer verletzt
Ukrainischer Milliardär in Monaco schwer verletzt

Bei einer Bombenexplosion vor einer Luxusresidenz in Monaco wurde der ukrainische Milliardär Wadym Jermolajew (58) schwer verletzt und schwebt in Lebensgefahr. Der Immobilienunternehmer, der zu den reichsten Männern der Ukraine zählt, wurde am Montagabend zusammen mit seiner Ehefrau Anna (56) und seinem 13-jährigen Sohn von der Detonation eines mit Schrapnellen gefüllten Sprengsatzes erfasst. Die Familie befand sich im Eingangsbereich des Wohnkomplexes Sun’s Palace nahe der französischen Grenze.

Hintergründe des Anschlags

Laut der französischen Zeitung „Le Figaro“ hatte ein bislang unbekannter Täter kurz vor der Explosion einen Rucksack am Eingang des Gebäudes abgestellt. In der Tasche befanden sich Muttern, Schrauben und Metallsplitter – typische Bestandteile einer Schrapnellbombe. Videoaufnahmen zeigen, wie der Mann die Tasche zurücklässt und kurz darauf vom Tatort davonrennt. Die Polizei fahndet nach ihm. Monacos Staatsminister Christophe Mirmand (64) sprach zunächst von einem „Angriff“, korrigierte seine Wortwahl später jedoch und bezeichnete den Vorfall als „vorsätzliche Explosion“. Er erklärte: „Der Sprengsatz enthielt wahrscheinlich Bolzen und Splitter.“ Weiter sagte er: „Polizeidienste sammeln derzeit Beweise. Meines Wissens ist dies das erste Mal in der Geschichte, dass sich eine solche Tat im Fürstentum ereignet hat.“

Opfer und Reaktionen

Jermolajew hatte seine Heimat nach Beginn des russischen Angriffskrieges verlassen und lebte zuletzt mit seiner Familie im Fürstentum Monaco. Sein Vermögen machte er als Immobilienentwickler in der Millionenstadt Dnipro. Mit seiner Alef-Gruppe investierte er unter anderem in die Wein- und Spirituosenproduktion auf der Krim. 2019 erhielt er die zyprische Staatsbürgerschaft, Ende 2023 belegte ihn die Ukraine mit Sanktionen und fror sein Vermögen ein. Vorwürfe der Geldwäsche weist der Unternehmer zurück. Laut „Daily Mail“ gilt Jermolajew in Monte Carlo als schillernde Figur der High Society. Der Milliardär soll regelmäßig mit einem in der Ukraine zugelassenen Bentley rund um den Casino-Platz unterwegs gewesen sein. Zudem besaß er eine Superjacht unter ukrainischer Flagge. Auch eine streng gesicherte Villa im nahe gelegenen Saint-Jean-Cap-Ferrat gehört zu seinem Besitz. Mit seiner Ehefrau Anna – einer Zahnärztin, die sich in der Wohltätigkeit engagiert – hat er vier Kinder.

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Zeugenberichte und Ermittlungen

Eine Nachbarin schilderte in französischen Medien die dramatischen Momente nach der Explosion. Marine Cotta sagte: „Ich konnte die Polizei, Alarme und Feuerwehrwagen hören, und da dachte ich: ‚Okay, irgendetwas ist im Gange.‘“ Auch ein Augenzeuge berichtete von den erschütternden Szenen: Er habe einen „kleinen Jungen“ gesehen, der „blutüberströmt auf dem Boden lag und dem jemand zu helfen versuchte“. Fürst Albert II. reagierte entsetzt und bezeichnete den Vorfall als „abscheuliches Verbrechen“ sowie als „Schock für die gesamte monegassische Gemeinschaft“. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren. Die Polizei sucht nach dem flüchtigen Täter und versucht, das Motiv für die Tat zu klären.

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