US-Angriffe auf Iran: Brücken getroffen – Pakistan hadert mit Vermittlerrolle
US-Angriffe auf Iran: Brücken getroffen – Pakistan hadert

Bei erneuten massiven US-Luftangriffen auf den Iran sind nach iranischen Angaben auch Brücken, ein Flughafen und maritime Infrastruktur beschädigt worden. Das US-Militär bombardierte bis zum frühen Freitagmorgen (MESZ) eine Reihe von Zielen. Nach Darstellung des US-Militärs handelte es sich um Dutzende „militärische Ziele“, die mit Präzisionsmunition getroffen wurden, darunter Flugabwehrsysteme und Radaranlagen zur Küstenüberwachung. Irans UN-Botschafter bezeichnete die Angriffe auf zivile Infrastruktur als Kriegsverbrechen.

Angriffe auf Nachschubwege zur Straße von Hormus

Das „Wall Street Journal“ berichtete unter Berufung auf einen US-Beamten, dass die Angriffe auf Brücken dazu dienten, Nachschubwege zu einem iranischen Marinestützpunkt an der Straße von Hormus zu unterbrechen. Der Iran reagierte mit Vergeltungsschlägen gegen Ziele in den mit Washington verbündeten Golfstaaten Kuwait, Bahrain und Katar. Zudem wurden Angriffe auf Ziele in Syrien, dem Irak und Jordanien gemeldet.

Opferzahlen steigen

Nach iranischen Angaben wurden im Juli bisher 38 Menschen durch US-Angriffe getötet. Diese Zahlen des Gesundheitsministeriums beziehen sich vermutlich ausschließlich auf zivile Opfer und enthalten noch nicht die Opfer der jüngsten Angriffswelle. Iranische Medien berichteten zunächst von acht weiteren Toten.

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US-Sprecherin: Iran weiter an Abkommen interessiert

US-Regierungssprecherin Karoline Leavitt erklärte am Donnerstag in Washington, Teheran sei weiterhin an einem Abkommen mit Washington interessiert. „Der Iran steht nach wie vor in engem Austausch mit den Vereinigten Staaten von Amerika“, sagte Leavitt. Die anhaltenden US-Militärschläge begründete sie mit dem Verhalten der iranischen Führung. US-Präsident Donald Trump werde nicht tatenlos zusehen, wie der Iran Schiffe in der Straße von Hormus angreife.

Pakistan: Frustration über Vermittlerrolle

Inmitten der neuen Angriffe zeigt sich der Vermittlerstaat Pakistan zunehmend frustriert. Aus Diplomatenkreisen verlautete der Deutschen Presse-Agentur, dass führende Politiker den Prozess als unbefriedigend empfinden. Aktive Vermittlungsbemühungen Pakistans ruhen derzeit. Ein Sprecher des pakistanischen Außenministeriums rief am Donnerstag alle Konfliktbeteiligten zur Zurückhaltung auf.

Gefahr einer überregionalen Eskalation

Pakistan fürchtet insbesondere eine überregionale Eskalation des Konflikts. Sollten die Kämpfe zwischen Saudi-Arabien und der Huthi-Miliz im Jemen neu aufflammen, würde dies die Vermittlungsbemühungen weiter erschweren. Die Huthi-Miliz gilt als einer der wichtigsten nichtstaatlichen Verbündeten des Iran. Pakistan unterhält seit dem vergangenen Jahr ein Militärbündnis mit Saudi-Arabien, das gegenseitige Unterstützung im Angriffsfall vorsieht. Pakistanische Soldaten sind in Saudi-Arabien stationiert.

„Es wird nicht leicht sein, die Vermittlung fortzuführen, wenn der Konflikt sich auf Saudi-Arabien ausweitet“, sagte ein pakistanischer Diplomat der Deutschen Presse-Agentur. Pakistan könne in dem Fall „gezwungen sein, in den Konflikt einzusteigen“.

Neue Spannungen zwischen Huthi und Saudi-Arabien

Am Montag kam es zwischen den Huthi und der von Saudi-Arabien unterstützten international anerkannten Regierung im Jemen zu einer der schwersten Konfrontationen seit Jahren. Angriffe auf den Flughafen von Sanaa und Ziele in Saudi-Arabien ließen Befürchtungen wachsen, dass der seit 2014 laufende Krieg im Jemen neu entflammen könnte. Zwischen beiden Seiten gilt seit 2022 eine informelle Waffenruhe.

Am Donnerstag drohte Huthi-Anführer Abdel Malik al-Huthi Saudi-Arabien mit Angriffen auf Ölanlagen, Flughäfen und andere sensible Ziele. Sämtliche Ölanlagen Saudi-Arabiens und kritische Einrichtungen seien „Ziele für unsere Raketen und Drohnen“, sagte al-Huthi in einer Fernsehansprache.

Angriff auf Handelsschiff vor Jemen

Am Freitag meldete die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO) einen Angriff auf ein Handelsschiff vor der Küste des Jemen. Unautorisierte Personen seien an Bord gegangen, während das Schiff den Golf von Aden in östlicher Richtung durchquerte. Die jemenitische Küstenwache teilte später mit, dass es sich um einen Angriff somalischer Piraten gehandelt habe.

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