Markwayne Mullin, US-Minister für Innere Sicherheit, hat mit öffentlicher Schadenfreude über das Vorrunden-Aus der iranischen Fußball-Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft für diplomatische Verstimmung gesorgt. „Ich bin einfach nur froh, dass sie fertig sind und dass sie nicht zurückkommen“, erklärte der Homeland Security Secretary. Er sei sehr glücklich gewesen, als die Visa der Iraner widerrufen wurden, und fügte hinzu: „Ich habe vielleicht auch ein oder zwei Lieder gesungen oder vielleicht sogar einen Freudentanz getanzt.“
Iranischer Verband zeigt sich wenig überrascht
Der iranische Fußball-Verband kritisierte die Äußerungen umgehend, zeigte sich jedoch nicht überrascht. In einem offiziellen Statement hieß es: „Iraner sind die schlechten Behandlungen und Lügen von US-Offiziellen gewohnt, deshalb ist niemand im Iran überrascht von diesen feindlichen Äußerungen.“ Der Verband warf Washington vor, mit solchen Aussagen erneut zu demonstrieren, dass es die Anforderungen an eine Gastgebernation nicht erfülle.
Außenminister Araghtschi kontert auf X
Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi reagierte ebenfalls mit deutlichen Worten. Auf der Plattform X schrieb er: „'Mission erfüllt', Herr Mullin. Sie haben noch etwas anderes erreicht: Sie haben der Welt bewiesen, dass Sie nicht in der Lage sind, ein internationales Turnier auszurichten. Ihr Verhalten war ein Paradebeispiel dafür, wie man die Würde verspielt, die mit der Rolle als Gastgeber einhergeht.“
Einreisebeschränkungen als Benachteiligung
Die iranische Nationalmannschaft war während des Turniers mit besonderen Einreisebeschränkungen konfrontiert. Aufgrund der US-Visaauflagen musste das Team für jedes Spiel aus dem WM-Quartier im mexikanischen Tijuana in die USA einreisen und durfte sich nur für kurze Zeiträume vor und nach den Partien in den Vereinigten Staaten aufhalten. Spieler und Verantwortliche sprachen daher von einer klaren Benachteiligung. Der Iran verpasste den Einzug in die K.o.-Runde nur knapp, was Mullin nun öffentlich bejubelte. Die Kontroverse zeigt die anhaltenden Spannungen zwischen beiden Ländern, die weit über den Sport hinausreichen.



