USA setzen Luftangriffe auf Iran fort
Im Iran-Krieg haben die USA die neunte Nacht in Folge militärische Ziele in der Islamischen Republik bombardiert. Das US-Militär teilte mit, man habe Kommandozentralen, Flugabwehr- und Küstenüberwachungsanlagen, Raketenabschussvorrichtungen, Drohnenstartplätze sowie Kommunikationsnetzwerke attackiert. Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim meldete Explosionen in mehreren Städten, darunter Täbris im Norden, Tschahbahar am Golf von Oman, Konarak in der Provinz Sistan-Belutschistan, Mahschahr in Chusestan und Bandar Imam Chomeini am Persischen Golf. Die den Revolutionsgarden nahestehende Agentur Fars berichtete zudem über Detonationen nahe der Straße von Hormus und in der Provinz Buschehr.
Iranische Vergeltungsschläge auf Bahrain und Kuwait
Teheran reagierte mit Vergeltungsangriffen auf Kuwait und Bahrain. Die kuwaitischen Streitkräfte meldeten Drohnenangriffe aus dem Iran. In Bahrain, das die größte US-Marinebasis der Region beheimatet, heulten erneut die Sirenen. Die Ölpreise stiegen erstmals seit Anfang Juni wieder über 90 US-Dollar pro Barrel. Das US-Militär verlegt Medienberichten zufolge weitere Kampf- und Tankflugzeuge in die Region.
Washington signalisiert Gesprächsbereitschaft
Gleichzeitig zeigte sich Washington gesprächsbereit. US-Außenminister Marco Rubio sagte: „Wir sind stets offen für Diplomatie, sofern Teheran bereit ist, eine getroffene Vereinbarung einzuhalten. Man werde es auch weiterhin versuchen. Sollte sich diese Tür öffnen, würden wir das begrüßen.“ Der Iran bestätigte, Vorschläge von Vermittlern für eine Wiederaufnahme der Verhandlungen erhalten zu haben. Außenamtssprecher Ismail Baghai betonte jedoch, der Iran werde sich weiter entschlossen verteidigen.
Trump: „Haben Iran wieder hart getroffen“
US-Präsident Donald Trump begründete die jüngsten Angriffe mit dem Tod mehrerer US-Soldaten. „Diese großartigen Patrioten waren im Einsatz, damit der Iran keine Atomwaffen bekommt“, sagte Trump. Die Angriffe seien „zu Ehren“ der Soldaten erfolgt. „Wir haben sie heute Nacht wieder sehr hart getroffen“, so Trump. In Teheran wächst unterdessen die Sorge vor Angriffen auf die Millionenmetropole.
Angriff auf Schiff in der Straße von Hormus
Die Straße von Hormus bleibt ein Brennpunkt. Ein Schiff nahe der omanischen Küste wurde angegriffen, es kam zu einem Brand, die Besatzung wurde evakuiert, wie die britische Behörde UKMTO meldete. Die iranischen Revolutionsgarden teilten mit, zwei Öltanker seien in der Meerenge „explodiert“. Diese hätten versucht, über die „unsichere Route“ zu fahren. Teheran hatte zuvor erklärt, nur eine vom Iran vorgegebene Route sei sicher. Trump widersprach: „Wir kontrollieren die Meerenge; sie kontrollieren gar nichts.“
USA bereiten sich auf umfassenderen Krieg vor
Trump behauptete, der Iran habe militärisch fast alles verloren. Das „Wall Street Journal“ berichtete unter Berufung auf US-Beamte, Trump tendiere zu einer Ausweitung der Einsätze. Optionen seien verstärkte Luftangriffe, die Besetzung iranischer Inseln durch Bodentruppen oder die Bombardierung einer Atomeinrichtung namens „Pickaxe Mountain“. Laut „Wall Street Journal“ verlegen die USA unter anderem F-16-Kampfflugzeuge vom US-Flugplatz Spangdahlem in der Eifel sowie F-35 von RAF Lakenheath in Großbritannien in den Nahen Osten. Die „New York Times“ bestätigte dies.
Steigende Verluste und begrenzte Waffenvorräte
Die offiziell bekannte Zahl der im Iran-Krieg gefallenen US-Soldaten stieg auf 17. Ein US-Soldat starb am Samstag im Nordirak bei der Entschärfung einer nicht detonierten iranischen Drohne. Die „Washington Post“ zitierte einen namentlich nicht genannten US-Beamten: „Wir haben nicht genug, um die Einsätze sicher aufrechtzuerhalten, und ich glaube nicht, dass sich das Weiße Haus dessen bewusst ist.“ Der Beamte hob hervor, dass schwindende Waffenvorräte einer Ausweitung Grenzen setzen würden.



