USA erlauben Saudi-Arabien Urananreicherung: Experten warnen vor Wettrüsten
USA erlauben Saudi-Arabien Urananreicherung

US-Präsident Donald Trump hat einem Bericht zufolge einer Vereinbarung zugestimmt, die Saudi-Arabien die Anreicherung von Uran für sein ziviles Atomprogramm ermöglichen könnte. Die Entscheidung könnte bereits am heutigen Mittwoch offiziell bekanntgegeben werden, wie das „Wall Street Journal“ und mit der Sache vertraute Personen der Nachrichtenagentur AP berichten. Das Abkommen soll für 30 Jahre gelten und US-Firmen am Aufbau des saudischen Atomprogramms beteiligen, möglicherweise auch am Bau einer Anlage zur Urananreicherung.

Kongress muss noch zustimmen

Bevor der Deal in Kraft treten kann, muss der US-Kongress seine Zustimmung geben. Dort könnte es durchaus Widerstand geben. Kritiker befürchten, dass Saudi-Arabien mit eigener Urananreicherung neue Risiken für die weltweite Verbreitung von Atomtechnik in einer ohnehin von Krisen gebeutelten Region schaffen könnte. Zwar ist Saudi-Arabien Mitglied der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEA), doch nach AP-Informationen soll im Abkommen ein Zusatzprotokoll fehlen, das weitergehende Kontrollen, Inspektionen und Überprüfungen ermöglicht.

Vergleich mit den Emiraten

Anders als Saudi-Arabien verzichteten die Vereinigten Arabischen Emirate bei ihrem Atomabkommen mit den USA auf eine eigene Urananreicherung. Das Vorgehen der Emirate gilt als Vorbild für Staaten, die Atomenergie friedlich nutzen wollen. Dennoch bleibt ein Risiko: Im Mai 2026 traf eine Drohne einen externen Generator in der Anlage Barakah. Nur durch Zufall gab es keine größeren Schäden.

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Heikler Kontext: Iran-Konflikt

Der Deal mit den Saudis ist auch deshalb heikel, weil die USA den Krieg gegen den Iran unter anderem damit begründeten, dass die Islamische Republik an der Anreicherung von atomwaffenfähigem Uran gehindert werden soll. Der Iran erklärt seit Jahren, sein Atomprogramm diene ausschließlich friedlichen Zwecken. Vor Kriegsbeginn im Februar 2026 gingen internationale Experten jedoch davon aus, dass das Land kurz davor war, atomwaffenfähiges Uran zu besitzen.

Warnungen vor atomarem Wettrüsten

Experten warnen, dass bereits der Betrieb von Zentrifugen in Saudi-Arabien dem Königreich den Weg zu einem Waffenprogramm ebnen könnte. Der faktische Machthaber des Landes, Kronprinz Mohammed bin Salman, hatte bereits früher angedeutet, dass er diesen Weg einschlagen könnte, falls der Iran eine Atombombe erhalten sollte. Saudi-Arabien und Pakistan hatten vergangenes Jahr einen Verteidigungspakt geschlossen, der auch als Warnung an Israel – de facto die einzige Atommacht im Nahen Osten – verstanden werden kann. Pakistan werde sein Atomprogramm, wenn nötig, auch Saudi-Arabien „zur Verfügung stellen“, hieß es. Weder Pakistan noch Israel haben den Atomwaffensperrvertrag unterzeichnet.

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