Unklarheiten über Start der Verhandlungen mit Iran: Vance will US-Delegation leiten – und warnt Israel vor Kritik
US-Vizepräsident JD Vance hat Israel davor gewarnt, das vorläufige Abkommen mit dem Iran zu kritisieren. „Ich würde vielleicht nicht den einzigen mächtigen Verbündeten angreifen, den ich auf der ganzen Welt noch habe“, sagte Vance in Washington. US-Präsident Donald Trump sei „das einzige Staatsoberhaupt auf der ganzen Welt, das dem Staat Israel in diesem Moment wohlgesonnen ist“. Wer in Israel glaube, das größte Problem sei der US-Präsident, müsse aufwachen.
Vance verwies darauf, dass die USA den Großteil der israelischen Verteidigungswaffen finanzieren. Die 60-tägige Frist für weitere Verhandlungen habe am Donnerstag offiziell begonnen. Unklar sei jedoch, wann diese beginnen. Bislang war von Freitag die Rede, aber Vance sagte vor Journalisten, dass die Verhandlungen auf technischer Ebene voraussichtlich an diesem Wochenende beginnen sollen. Voraussetzung sei die Anreise der iranischen Delegation.
USA verhängen Sanktionen gegen Hisbollah-Unterstützer
Die US-Regierung hat Sanktionen gegen Unterstützer der Hisbollah-Miliz verhängt. Betroffen seien mehrere libanesische Amtsträger und Mitglieder eines Geschäftsnetzwerks, teilte das US-Finanzministerium mit. Ihnen werde vorgeworfen, den Friedensprozess im Libanon zu behindern und die Entwaffnung der Hisbollah zu verzögern. Zudem seien Personen im Libanon, Syrien, dem Irak und dem Oman ins Visier genommen worden, die für die vom Iran unterstützte Miliz Gelder gesammelt und Scheinfirmen betrieben haben sollen.
Trump lässt Wahlunterstützung für Netanjahu offen
US-Präsident Donald Trump lässt seine Unterstützung für den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu bei der kommenden Parlamentswahl vorerst offen. Laut dem israelischen Sender Kan sagte Trump in einem Interview, er werde Netanjahu wahrscheinlich unterstützen, müsse aber erst abwarten, wer kandidiere. Trump fügte hinzu, er habe ein gutes Verhältnis zu Netanjahu, aber dieser müsse vernünftiger handeln. Ein Termin für die Wahl zur Knesset steht noch nicht fest. Aktuelle Umfragen zeigen, dass die amtierende Regierungskoalition ihre parlamentarische Mehrheit verfehlt.
Israels Armee will weiter im Libanon operieren
Ungeachtet des Rahmenabkommens zwischen den USA und dem Iran hat Israel weitere militärische Aktivitäten im Libanon angekündigt. Die israelische Armee veröffentlichte eine Karte mit einer von ihr definierten „Sicherheitszone“, die etwa zehn Kilometer weit auf libanesisches Gebiet reicht. Dort würden weiterhin Truppen eingesetzt, um Bedrohungen zu beseitigen. Ein Armeesprecher erklärte, die Armee werde auch Bedrohungen jenseits der Sicherheitszone beseitigen.
Bundeskanzler Merz begrüßt Rahmenabkommen
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat das Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran begrüßt. „Das ist ein großer Schritt nach vorn, dass dort die Waffen schweigen, dass auch die freie Durchfahrt durch die Straße von Hormus wieder gewährleistet wird“, sagte er vor einem Treffen der EU-Staats- und Regierungschefs in Brüssel. Merz stellte eine mögliche Unterstützung durch Minenräumer in Aussicht, betonte jedoch, dass ein Bundestagsmandat nötig sei.
Ölpreise fallen nach Abkommen
Die Ölpreise sind nach der Unterzeichnung des vorläufigen Abkommens gefallen. Die Rohöl-Sorte Brent verbilligte sich um 2,1 Prozent auf 77,86 Dollar je Barrel, US-Öl WTI notierte 2,5 Prozent schwächer bei 74,90 Dollar. Analysten sind jedoch vorsichtig, da das Angebot auf dem Ölmarkt knapp bleiben könnte.



