Vier Fragen, an denen Trumps Iran-Deal noch scheitern könnte
Vier Fragen: Trumps Iran-Deal könnte noch scheitern

Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,

Ein Deal ist ein Deal. Es sei denn, es ist ein Trump-Deal. Dann ist ein Deal auch mal ein Deal, einen Deal zu machen, um einen Deal zu machen. Sie kommen nicht mehr mit? Es ist noch komplizierter: Während für die Märkte die von US-Präsident Donald Trump als „Iran-Deal“ bezeichnete Absichtserklärung bereits ein Deal ist, ist sie für den Großteil des Rests der Welt eher ein Trump-Deal.

So fielen gestern Öl- und Rohstoffpreise, stiegen die Aktienkurse, der Dow Jones erreichte an der Wall Street gar einen Rekord. Rekordverdächtig sind aber auch die Zweifel, was beide Seiten da eigentlich unterschreiben. US-Präsident Trump gestern Abend mit Frankreichs Emmanuel Macron in Evian: Einer jubelt, alle zweifeln.

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Der genaue Text ist nicht öffentlich. Unterschrieben wird offenbar erst Freitag in Genf – mit dem Ziel, 60 Tage später eine echte vertragliche Lösung zu haben. Trotzdem sind die Kipppunkte schon klar – vier Dinge wecken Zweifel:

Was wird aus dem iranischen Atomprogramm?

Es müsse klar sein, „dass Iran sein militärisches Nuklearprogramm nachprüfbar und auf Dauer beendet“, mahnte Bundeskanzler Friedrich Merz gestern. Im Umkehrschluss: Es ist nicht geklärt. Damit stünden die USA da wie vor dem Krieg, der sie laut Pentagon mindestens 29 Milliarden Dollar kostete.

Was wird aus der Straße von Hormus?

„Schiffe dieser Welt, startet Eure Motoren. Lasst das Öl fließen“, rief Trump den festsitzenden Öltankern zu. Ob das klug ist, ist fraglich: Der Iran will die Straße nicht vor Freitag öffnen, eine Absicherung durch europäische Kriegsschiffe wird es erst nach internationalem Mandat geben.

Was wird aus den Sanktionen?

Die US-Regierung soll dem Iran deren Lockerung und die Freigabe eingefrorener Vermögen versprochen haben. Europa will das alles nicht.

Und was macht Israel?

Vielleicht die schwierigste Frage. Die iranische Seite erklärte, der seit Monaten attackierte Libanon sei Teil der Vereinbarung. Trump bestritt das, forderte aber ein Ende der israelischen Angriffe. Wie sehr sich Premier Benjamin Netanjahu drängen lässt, ist offen.

Genug Gesprächsstoff also für den G-7-Gipfel, der gestern Abend in Évian begann. Die Zweifel zeigen: Der Präsident braucht einen schnellen Deal, keinen guten. Am besten brachte die Lage am Montag ein europäischer Diplomat auf den Punkt.

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