WM-Finale: Trump von spanischen Fans ausgebuht – Pokalübergabe an Spanien
WM-Finale: Trump von spanischen Fans ausgebuht

Beim Finale der Fußballweltmeisterschaft in New Jersey wurde US-Präsident Donald Trump von spanischen Fans ausgebuht, als er den Weltmeisterpokal an die spanische Nationalmannschaft überreichte. Trump hatte Spanien zuvor wiederholt attackiert und als „hoffnungsloses“ Land bezeichnet. Die spanischen Fans reagierten mit lauten Buhrufen, als der Präsident nach der Nationalhymne auf den Stadionbildschirmen erschien und später den Rasen betrat.

Trumps Anwesenheit sorgt für Spannungen

Der US-Präsident nahm auf der Ehrentribüne neben Fifa-Chef Gianni Infantino Platz – in einer Reihe mit Spaniens König Felipe, Königin Letizia und Ministerpräsident Pedro Sánchez. Mehr als ein kurzes Händeschütteln war jedoch nicht zu sehen. Trump hatte am Freitag noch auf Argentinien als Weltmeister getippt und gesagt: „Es sei schwer, gegen Messi zu setzen.“ Doch seine Wette ging nicht auf: Spanien gewann 1:0 in der Verlängerung gegen Argentinien.

Die politischen Spannungen zwischen den USA und Spanien waren im Vorfeld deutlich geworden. Trump hatte Spanien Anfang Juli als „hoffnungslos“ bezeichnet und die Spanier als „schlechte Menschen“ verunglimpft. Hintergrund ist unter anderem Spaniens Weigerung, seine Verteidigungsausgaben für die Nato zu erhöhen. Kurzzeitig drohte der US-Präsident sogar, den Handel mit Madrid komplett zu beenden.

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Proteste und Sicherheitsmaßnahmen

Auf den Anfahrtswegen zum Stadion verteilten Aktivisten eigens gestaltete Rote Karten an die Fans – als Protest gegen Korruption im Sport. Wegen Trumps Anwesenheit bildeten sich bei den verschärften Sicherheitskontrollen vor dem Stadion lange Schlangen. Der Präsident war mit einem Helikopter über das Stadion geflogen und dann direkt zur Ehrentribüne gegangen.

Trump hatte monatelang versucht, das Turnier zu seinem zu machen. Der WM-Pokal stand bereits im August im Oval Office, und die Gruppenauslosung wurde ins Kennedy Center nach Washington verlegt, wo Infantino Trump den eigens neu geschaffenen Friedenspreis der Fifa überreichte. Das Weiße Haus richtete eine eigene WM-Taskforce ein. Dennoch besuchte Trump vor dem Finale kein einziges Spiel, obwohl er im Januar noch angekündigt hatte, „sicherlich mehr als ein“ Spiel besuchen zu wollen.

Buhrufe im Stadion

Kaum erschien der Präsident nach der Nationalhymne zum ersten Mal auf den Bildschirmen, kamen Buhrufe von den Rängen – noch verhalten im Vergleich zu dem, was ihm am Ende des Abends entgegenschlagen sollte. Nach dem Abpfiff betrat Donald Trump neben Gianni Infantino den Rasen. Ihr Bild erschien auf den Bildschirmen, prompt ertönten Buhrufe. Es wurde so laut im Stadion, dass die Musik kaum zu hören war.

Mit stoischer Miene schritt der Präsident voran und winkte. Auf der Bühne angekommen, verteilten Trump und Infantino die Medaillen. Den Handschlag verweigerte kein Spieler. Stürmer Borja Iglesias, der aus seiner Ablehnung Trumps nie einen Hehl gemacht hatte, sagte vorab: „Ich hoffe auf eine schnelle Begrüßung, die ich danach vergessen kann.“ Und so wirkte es auch: Die Spanier schienen diesen Moment so rasch wie möglich hinter sich bringen zu wollen.

Pokalübergabe und Siegerfoto

Gemeinsam überreichten Trump und Infantino den Pokal an den spanischen Kapitän Rodri. Als es Zeit für das Siegerfoto der Spanier war, ging Infantino zur Seite. Doch der Präsident verharrte. Erst als das erste Konfetti regnete, zog Infantino ihn weg. Die Spanier jubelten. Trump stand am Rand und schaute zu.

Manuel aus Madrid, der die spanische Mannschaft die ganze WM über begleitet hatte, sagte vor dem Spiel: „Was mir wichtig ist: Ich will ein Mannschaftsfoto mit dem Pokal und ohne Trump.“ Eine Anspielung auf die Klub-WM vor einem Jahr, als sich Trump im selben Stadion mitten ins Jubelfoto der Chelsea-Spieler gestellt hatte. An diesem Sonntag ging Manuels Wunsch so halb in Erfüllung: Die Spanier konnten ihr Siegerfoto ohne Trump machen, nachdem Infantino den Präsidenten weggezogen hatte.

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