Bund hält an Rekord-Schuldenplanung für 2026 fest – 91 Milliarden Euro in Sommerquartal
Bund hält an Rekord-Schuldenplanung fest

Die für das Schuldenmanagement des Bundes zuständige Finanzagentur hält an ihren Plänen für den Verkauf von Bundeswertpapieren fest. Im anstehenden Sommerquartal sollen Staatsanleihen im Wert von 91 Milliarden Euro an Investoren verkauft werden, wie die Finanzagentur am Donnerstag mitteilte. Hinzu kommen noch Emissionen von Geldmarktinstrumenten, also Bundeswertpapieren mit einer Laufzeit von bis zu zwölf Monaten: Diese sollen weitere 47 Milliarden Euro in die Staatskassen spülen.

Unveränderte Emissionsplanung trotz Marktrisiken

Damit bleibt die Ende 2025 angekündigte Emissionsplanung unverändert. Diese könne sich zwar „je nach Finanzierungsbedarf und Liquiditätslage des Bundes und seiner Sondervermögen und je nach Kapitalmarktsituation noch ändern“, hieß es. Der Bund will aber an seinem bekanntgegebenen Plan so weit wie möglich festhalten, um Investoren eine verlässliche Orientierung zu geben.

Neue Rekordschulden für Investitionen

Wegen schuldenfinanzierter Investitionen in Infrastruktur und Verteidigung will sich der Bund in diesem Jahr die Rekordsumme von 512 Milliarden Euro durch Auktionen am Finanzmarkt leihen. Hinzu kommen weitere Milliarden durch vier Syndikate, bei denen Banken mit dem Verkauf von Wertpapieren an Investoren betraut werden. Deutschland ist wegen seiner Top-Bonitätsnote AAA ein gefragter Schuldner. Ob Pensionsfonds, Zentralbanken oder Versicherer: Viele Investoren decken sich gern mit deutschen Staatsanleihen ein.

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Steigende Renditen durch geopolitische Spannungen

Der Ausverkauf bei Staatsanleihen infolge des Iran-Kriegs hat die Renditen in den vergangenen Wochen allerdings in die Höhe getrieben. Die Verzinsung der zehnjährigen Bundesanleihe stieg zeitweise über die Marke von drei Prozent und damit auf den höchsten Stand seit mehr als einem Jahrzehnt. Ein Grund dafür sind wachsende Inflationsgefahren infolge des Nahostkrieges, wegen der die Europäische Zentralbank (EZB) im Juni bereits ihren Leitzins angehoben hat. Das treibt die staatlichen Finanzierungskosten nach oben.

Auswirkungen auf den Staatshaushalt

Die höheren Zinsen verteuern die Staatsverschuldung erheblich. Laut Finanzagentur ist die Nachfrage nach deutschen Papieren trotz der gestiegenen Renditen weiterhin robust. Allerdings warnen Ökonomen, dass die langfristigen Kosten der Verschuldung das Wachstum belasten könnten. Gewerkschaftsnahe Institute rechnen vor, dass die Kapitalrente ein Prozent Wachstum und 250.000 Jobs kostet.

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