Die von der Bundesregierung eingesetzte Rentenkommission hat am Dienstag ihren 80-seitigen Bericht mit Reformvorschlägen für die gesetzliche Rente an Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) übergeben. Ziel ist es, die Rente angesichts des demografischen Wandels langfristig zu sichern. Kanzler Merz betonte, die Koalition werde das gesamte Paket umsetzen: „Wir sind uns in der Koalition einig, dass wir dieses Paket vollständig umsetzen werden.“ Auch Bas erklärte, die Reform werde „für alle besser“.
Kapitalrente nach schwedischem Vorbild als Kern
Kern des Konzepts ist die Einführung einer gesetzlichen Kapitalrente ergänzend zur bisherigen Rente. Arbeitgeber und Arbeitnehmer sollen zusätzlich bis zu zwei Prozent des Bruttolohns in einen staatlichen Fonds einzahlen, der das Geld am Kapitalmarkt anlegt. Dieses Modell orientiert sich am schwedischen System. Zudem soll das Renteneintrittsalter, das bis 2031 auf 67 Jahre steigt, danach an die steigende Lebenserwartung gekoppelt werden. Im Gegenzug soll die abschlagsfreie Rente ab 63 für besonders langjährig Versicherte abgeschafft werden.
Rentenniveau und Beitragsausweitung
Das Rentenniveau für Neurentner soll auch nach Auslaufen der Haltelinie 2031 durch einen neuen, aus Steuermitteln finanzierten „Übergangsfaktor“ bei mindestens 48 Prozent des Durchschnittslohns gehalten werden. Laufende Renten sollen künftig jedoch wieder langsamer steigen als die Löhne. Der Kreis der Versicherten soll auf neue Selbstständige und Abgeordnete ausgeweitet werden. Für Beamte fordert die Kommission die „wirkungsgleiche Übertragung“ aller bereits erfolgten und künftigen Rentenreformen.
Keine Empfehlung zur Mütterrente
Zur Mütterrente gibt die Kommission keine Empfehlung. Deren Ausweitung mit jährlichen Zusatzkosten von etwa fünf Milliarden Euro hatte die Koalition bereits gesetzlich verankert. Der Reformdruck ergibt sich aus dem bevorstehenden Abschied der geburtenstarken Jahrgänge: Laut Statistischem Bundesamt werden bis 2040 rund 13,3 Millionen Erwerbspersonen und damit 30 Prozent der heutigen Arbeitskräfte das Rentenalter erreichen.



