Merz nicht amused: Kanzleramt-Panne bei WM-Tweet nach DFB-Debakel
Merz nicht amused: Kanzleramt-Panne bei WM-Tweet

Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) war nach Informationen aus dem Kanzleramt keineswegs amüsiert über einen verfrühten Social-Media-Beitrag, der nach dem enttäuschenden WM-Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Paraguay veröffentlicht wurde. Der Post, der um 1:53 Uhr nachts auf dem offiziellen X-Account des Kanzleramts erschien, lobte die Mannschaft überschwänglich – obwohl sie gerade ein Debakel erlitten hatte.

Eine Nacht der Kommunikationspanne

Der Beitrag lautete: „Auch wenn das Ausscheiden schmerzt: Was für ein Spiel, DFB-Team! Mit eurem Einsatz und Teamgeist bei dieser WM habt ihr unser Land begeistert. Wir sind stolz auf euch.“ Viele Nutzer reagierten verwirrt und verärgert, da die Leistung der Mannschaft alles andere als heldenhaft war. Ein Nutzer kommentierte sarkastisch: „Wie schaffen Sie es eigentlich, so konsequent in jeder Situation immer das Unpassendste zu sagen, was möglich ist?“

Nach BILD-Informationen war das Kanzleramt entsetzt, als am Morgen das Ausmaß des Schadens sichtbar wurde. Ein Mitarbeiter bezeichnete den Post als „überflüssig wie ein Kropf“ und betonte, dass man die Botschaft später am Tag hätte veröffentlichen können. Merz selbst soll nicht amused gewesen sein. Ein Donnerwetter soll es gegeben haben.

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Wie kam es zu der Panne?

Die Rekonstruktion des Vorfalls ergab, dass offenbar für verschiedene Spielausgänge verschiedene Kanzler-Tweets vorformuliert worden waren. Regierungssprecher Stefan Kornelius war nach BILD-Informationen an diesen Vorbereitungen beteiligt. Als es in der Nacht darum ging, den passenden Post abzusetzen, wurde jedoch entgegen den Absprachen ein falscher Beitrag veröffentlicht, wie der „Tagesspiegel“ berichtete. Ein Regierungssprecher dementierte dies jedoch gegenüber BILD.

Es wird vermutet, dass der Text nicht zur finalen Abnahme vorgelegt wurde. Das Kanzleramt spricht von einem Vorgang auf Arbeitsebene, der „nicht offengelegt“ werde. „Wir haben gesagt, dass es eine Kommunikationspanne ist. Dabei bleibt es.“

Versuch der Schadensbegrenzung

Um die wachsende Empörung einzudämmen, entschied das Bundespresseamt, mit einem zweiten Posting nachzulegen. Merz stellte sich erneut vor die Mannschaft: „Erfolge feiern wir gemeinsam. Und in der Niederlage stehen wir zusammen. Das macht uns stark. Wer den Adler auf der Brust trägt, hat unseren Rückhalt verdient und nicht unseren Spott.“ Dieser Post sollte Trost und Zusammenhalt ausdrücken – was auch der erste Post vermitteln sollte, aber völlig verunglückt war.

Die Aktion zeigt, wie schnell Social-Media-Kommunikation in der Politik schiefgehen kann. Die Affäre um den verfrühten Jubel-Post bleibt ein peinlicher Moment für das Kanzleramt.

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