Regierungskreise: Merz' WM-Kommentar war eine Panne – Abstimmungsfehler
Merz' WM-Kommentar war eine Kommunikationspanne

Der viel kritisierte Kommentar von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zum WM-Aus der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Paraguay war nach Angaben aus Regierungskreisen eine Kommunikationspanne. Bei der auf X (ehemals Twitter) veröffentlichten Nachricht habe es einen „Abstimmungsfehler“ gegeben, hieß es am Abend. Das sei „leider sehr ärgerlich“. Zuvor hatte der „Tagesspiegel“ darüber berichtet.

Positiver Ton nach historischer Blamage

Die deutsche Mannschaft hatte am Dienstagabend mit 3:4 nach Elfmeterschießen gegen den krassen Außenseiter Paraguay verloren. Medien bezeichneten das Spiel als „Trauerspiel“, „Blamage“ und „Armutszeugnis für Fußball-Deutschland“. Keine halbe Stunde nach Abpfiff erschien auf dem offiziellen Kanzler-Account „Bundeskanzler Friedrich Merz“ dennoch ein bemerkenswert positiver Kommentar. „Auch wenn das Ausscheiden schmerzt: Was für ein Spiel“, hieß es dort. „Mit eurem Einsatz und Teamgeist bei dieser WM habt ihr unser Land begeistert. Wir sind stolz auf euch.“ Die Verbreitung dieser Version sei jedoch ein Versehen gewesen, so die Regierungskreise.

Spott und Häme in den sozialen Medien

Die Wortkombination „Welches Spiel“ trendete rasch auf X. Auch die politische Konkurrenz reagierte mit Spott. „Ich weiß gar nicht, was schlimmer war. Das Spiel oder diese Analyse“, schrieb etwa die FDP-Europaabgeordnete Marie-Agnes Strack-Zimmermann. Merz sah sich veranlasst, dagegenzuhalten. „Erfolge feiern wir gemeinsam. Und in der Niederlage stehen wir zusammen. Das macht uns stark“, konterte er die Kritik auf X. „Wer den Adler auf der Brust trägt, hat unseren Rückhalt verdient und nicht unseren Spott.“

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Panne mit Folgen für die Glaubwürdigkeit

Die Panne wirft Fragen zur Kommunikationsstrategie des Kanzleramts auf. Beobachter werten den Vorfall als weiteren Rückschlag für die ohnehin angeschlagene öffentliche Wahrnehmung der Regierung. Die Opposition forderte Aufklärung, wie es zu dem „Abstimmungsfehler“ kommen konnte. Ein Sprecher des Kanzleramts wollte sich zu internen Abläufen nicht äußern. Die Affäre zeigt, wie schnell ein falscher Ton in Krisenzeiten die Glaubwürdigkeit untergraben kann.

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