Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) steht vor einem personellen Umbruch nach dem frühen WM-Aus. Nach übereinstimmenden Medienberichten wird Bundestrainer Julian Nagelsmann in Kürze seinen Rücktritt erklären. Der Aufsichtsrat und die Gesellschaftsversammlung des DFB beraten an diesem Freitagvormittag in einer Videoschalte über die Zukunft von Nagelsmann, aber auch von Sportdirektor Rudi Völler und Geschäftsführer Andreas Rettig.
Nagelsmann unter Druck: Rücktritt nach Krisensitzung
Der 38-jährige Nagelsmann war mit der deutschen Nationalmannschaft am Montag im Sechzehntelfinale der WM im Elfmeterschießen an Paraguay gescheitert. Unmittelbar nach dem Ausscheiden hatte er einen Rücktritt ausgeschlossen. „Ich bin keiner der wegläuft“, sagte Nagelsmann damals. Doch nach einer dreistündigen Krisensitzung am Donnerstag auf dem DFB-Campus in Frankfurt am Main soll ihm die Verbandsspitze diesen Schritt nahegelegt haben. Laut „Bild“ und Sky kam Nagelsmann dort zu dem Entschluss, zurückzutreten. Sein Vertrag lief ursprünglich bis zur EM 2028.
DFB-Spitze: Auch Völler und Rettig auf dem Prüfstand
Neben Nagelsmann steht auch die Zukunft von Sportdirektor Rudi Völler und Geschäftsführer Andreas Rettig zur Diskussion. Beide waren bei der Krisensitzung anwesend, ebenso wie DFB-Präsident Bernd Neuendorf und Liga-Boss Hans-Joachim Watzke. Neuendorf informierte in einer internen Mail über den Stand der Dinge. Als Nachfolger für Nagelsmann ist seit Tagen Jürgen Klopp im Gespräch, derzeit Chefstratege von Red Bull und als Experte für MagentaTV bei der WM im Einsatz.
Kritik an DFB-Führung: Hamann fordert Konsequenzen
Die Kritik nach dem erneuten frühen WM-Aus erreicht auch die DFB-Spitze. Sky-Experte Dietmar Hamann nannte namentlich Präsident Neuendorf und Geschäftsführer Rettig. „Man muss auch mal die Führung des DFB infrage stellen“, sagte Hamann. Insbesondere der Vertrag von Nagelsmann bis 2028 sei unverständlich: „Wir haben vor zwei Jahren eine durchschnittliche EM gespielt und eine schlechte Quali. Und trotzdem wird der Vertrag dieses Bundestrainers verlängert. Ich glaube, es ist an der Zeit, die Herren Neuendorf und Rettig zu hinterfragen, wie das passieren konnte.“
Spaniens Simon knackt WM-Rekord
Während der DFB in der Krise steckt, feiert Spaniens Torhüter Unai Simon einen Rekord. Beim 3:0-Sieg im Sechzehntelfinale gegen Österreich blieb Simon zum fünften Mal in Folge ohne Gegentor bei WM-Endrunden. Seine Serie von 519 Minuten ohne Gegentor übertrifft den bisherigen Rekord des Italieners Walter Zenga, der 1990 bei 517 Minuten stand. Simons Serie begann bei der WM 2022 und setzte sich bei diesem Turnier fort.
Ronaldo führt Portugal zum Sieg und gedenkt Diogo Jota
Portugal träumt dank Cristiano Ronaldo weiter vom WM-Titel. Der 41-Jährige erzielte beim 2:1-Sieg gegen Kroatien den Ausgleich per Foulelfmeter und bereitete den Weg zum Sieg. Gonçalo Ramos traf in der Nachspielzeit zum Sieg. Das Spiel stand im Zeichen des ersten Todestages von Diogo Jota, der am 3. Juli 2025 bei einem Autounfall ums Leben kam. „Er ist dort oben und leuchtet auf uns herab“, sagte Ronaldo nach dem Spiel.
Schweiz mühelos ins Achtelfinale
Die Schweiz hat das Achtelfinale erreicht. Das Team um Johan Manzambi setzte sich im Sechzehntelfinale in Vancouver mit 2:0 gegen Algerien durch. Breel Embolo (10.) und Dan Ndoye (46.) trafen vor 52.497 Zuschauern. Manzambi leitete das erste Tor mit einem Solo ein. Im Achtelfinale trifft die Schweiz am Dienstag auf Kolumbien oder Ghana.
Belgien nach dramatischem Comeback im Achtelfinale
Belgien hat ein spektakuläres Comeback gefeiert. Nach 0:2-Rückstand gegen Senegal gewann das Team noch 3:2 nach Verlängerung. Youri Tielemans traf doppelt, Romelu Lukaku erzielte den Ausgleich. Lukaku gedachte nach dem Spiel seines Vaters, der im vergangenen Jahr starb. Belgien trifft im Achtelfinale auf die USA.
Alaba lässt Zukunft offen
Österreichs Kapitän David Alaba ließ seine Zukunft in der Nationalmannschaft nach dem 0:3 gegen Spanien offen. „Ich habe mir überhaupt keine Gedanken gemacht um meine Zukunft“, sagte der 34-Jährige, dessen Vertrag bei Real Madrid ausgelaufen ist. Alaba kommt auf 117 Länderspiele und 15 Tore für Österreich.



