Vetternwirtschaftsaffäre: AfD-Bundestagsfraktion schließt Abgeordneten Schmidt aus
Vetternwirtschaftsaffäre: AfD-Bundestagsfraktion schließt Abgeordneten Schmidt aus

Die AfD-Bundestagsfraktion hat ihren Abgeordneten Jan Wenzel Schmidt wegen „parteischädigenden Verhaltens“ ausgeschlossen. Die Fraktion folgte damit einem Antrag der Fraktionsspitze um Alice Weidel und Tino Chrupalla. Chrupalla hatte Schmidt zuvor „fraktionsschädigendes Verhalten“ vorgeworfen. Schmidt selbst bezeichnete die Entscheidung als falsch.

Schmidt hatte die Debatte über Vetternwirtschaft in der Partei ins Rollen gebracht. Hintergrund sind interne Streitigkeiten in der AfD Sachsen-Anhalt. Schmidt, von 2022 bis Februar 2025 Generalsekretär des dortigen Landesverbandes, und andere Führungskräfte hatten sich überworfen. Es wurden Vorwürfe laut, er habe sein Bundestagsmandat für private Geschäftsbeziehungen etwa nach China genutzt und Parteimitglieder unter Druck gesetzt.

Schmidt wiederum erhob Vorwürfe der Vetternwirtschaft gegen Parteikollegen und kündigte an, Belege vorzulegen. In einem Interview sprach er von einer „Beutegemeinschaft“, in der Mandate hin- und hergeschoben, Anstellungen untereinander ausgemacht und Gelder abgefasst würden. Gegen Schmidt läuft zudem ein Parteiausschlussverfahren.

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Bereits zuvor musste AfD-Fraktionsvize Stefan Keuter seine Verantwortung als Personalchef abgeben, nachdem ihm vorgeworfen wurde, seine Partnerin in seinem Bundestagsbüro beschäftigt zu haben. Union und SPD fordern Aufklärung der Affäre und sprechen von Betrug am Steuerzahler.

Mit dem Ausschluss verliert die AfD-Fraktion den zweiten Abgeordneten seit der Bundestagswahl vor einem Jahr und zählt nun noch 150 Mitglieder. Im Mai 2025 war der Abgeordnete Sieghard Knodel ausgetreten, nachdem der Bundesverfassungsschutz die Gesamt-AfD als „gesichert rechtsextremistisch“ eingestuft hatte, was er nach einer aktuellen Gerichtsentscheidung nicht mehr darf.

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