Ukrainische Anti-Korruptionsbehörden ermitteln gegen Ex-Stabschef Jermak
Ukrainische Anti-Korruptionsbehörden ermitteln gegen Ex-Stabschef Jermak

Die ukrainischen Anti-Korruptionsbehörden NABU und SAP haben Ermittlungen gegen Andrij Jermak, den ehemaligen Stabschef von Präsident Wolodymyr Selenskyj, eingeleitet. Dies teilten die Behörden auf Telegram mit, ohne Jermak namentlich zu nennen, wie es die ukrainischen Regeln vorsehen. Eine mit dem Fall vertraute Quelle bestätigte jedoch dem „Kyiv Independent“, dass es sich um Jermak handelt.

Den Ermittlungen zufolge wurde eine Gruppe aufgedeckt, die an der Geldwäsche von 460 Millionen Hrywnja (fast neun Millionen Euro) beteiligt gewesen sein soll. Die mutmaßliche Tat steht im Zusammenhang mit einem Luxusbauprojekt nahe Kiew. Einem der mutmaßlich Beteiligten – dem ehemaligen Leiter des Büros des Präsidenten – wurde der Verdacht mitgeteilt.

Jermak selbst äußerte sich kurz nach Bekanntwerden der Anklage: „Ich werde mich äußern, sobald die Ermittlungen abgeschlossen sind“, zitierte ihn der „Kyiv Independent“. Die Ermittlungen sind Teil eines größeren Korruptionsskandals beim staatlichen Atomkonzern Energoatom. Bereits im November wurden Vorwürfe gegen eine Gruppe mutmaßlich bestechlicher Staatsdiener erhoben, die sich an Geldern für Schutzbauten gegen Luftangriffe vergriffen haben sollen.

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Nach Bekanntwerden der Vorwürfe und Hausdurchsuchungen trat Jermak im November als Stabschef zurück. Er war ein langjähriger Vertrauter Selenskyjs und galt als zweitwichtigster Mann in der Ukraine. Seitdem werden immer mehr Details publik, die auch Fragen zu Selenskyjs möglicher Rolle als Mitwisser aufwerfen.

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