Wer sich auf Kai Wegner verlässt, ist spätestens seit dem 3. Januar dieses Jahres verlassen – zumindest von allen guten Geistern. Diese Erfahrung musste nun auch die Redaktion des Tagesspiegels machen. Am gestrigen Nachmittag, um 14:15 Uhr, rief Senatssprecherin Christine Richter in der Redaktion an, um ein fest vereinbartes Interview mit dem Regierenden Bürgermeister kurzfristig abzusagen. Der Termin war für 15:30 Uhr geplant gewesen.
Kurzfristige Absage sorgt für Frust
Die Absage kommt nicht überraschend, sondern reiht sich ein in eine Serie von Pannen und Unzuverlässigkeiten, die Wegner in den vergangenen Wochen angelastet werden. In der CDU wächst die Verzweiflung über den Regierungschef, der zunehmend als Belastung für die Partei wahrgenommen wird. Die spontane Stornierung eines bereits bestätigten Gesprächstermins wird intern als weiteres Zeichen mangelnder Professionalität gewertet.
Senatssprecherin ohne konkrete Begründung
Christine Richter gab bei ihrem Anruf keine konkrete Begründung für die Absage. Sie teilte lediglich mit, dass das Interview nicht stattfinden könne. Eine Nachfrage, ob ein Ersatztermin angeboten werde, blieb zunächst unbeantwortet. Der Vorfall zeigt, wie angespannt die Kommunikation zwischen dem Senat und der Presse derzeit ist.
Der Tagesspiegel hatte das Interview im Rahmen seines Newsletters „Checkpoint am Morgen“ angekündigt. Statt des geplanten Gesprächs mit Wegner erscheint nun ein Beitrag über die wachsende Unzufriedenheit in der CDU. Der Regierende Bürgermeister steht seit Wochen in der Kritik, nicht zuletzt wegen seiner umstrittenen Personalentscheidungen und der unklaren Linie in der Migrationspolitik.



