EZB-Präsidentin Christine Lagarde hat Spekulationen über eine mögliche Kandidatur bei der französischen Präsidentschaftswahl eine klare Absage erteilt. Im Interview mit dem Sender Euronews betonte sie am Donnerstagabend: „Ich bin keine Kandidatin für irgendetwas.“ Damit dementierte sie politische Ambitionen in ihrer Heimat Frankreich.
Europa als zentraler Rahmen
Lagarde unterstrich jedoch die Bedeutung Europas für Frankreich: „Aber mir ist sehr wichtig, dass Europa geschützt ist, dass Europa der Rahmen bleibt, in dem die Mitgliedstaaten handeln, auch Frankreich.“ Die EZB-Chefin, deren Amtszeit regulär bis Ende Oktober 2027 läuft, hatte zuvor in einem Interview mit der Zeitung „Les Echos“ ihren Willen bekundet, die volle Amtszeit zu absolvieren, aber einen vorzeitigen Rückzug nicht ausgeschlossen.
Möglicher Rückzug nicht ausgeschlossen
Auf die Frage, ob sie sich bei einer Beruhigung der Lage einen vorzeitigen Rückzug vorstellen könne, um sich 2027 in den französischen Präsidentschaftswahlkampf einzubringen, antwortete Lagarde in „Les Echos“: „Das ist möglich. Ich bin überzeugt, dass in der französischen Präsidentschaftsdebatte eine europäische Stimme gehört werden muss.“
Wahlkampfbeobachtung aus Frankfurt
Im Euronews-Interview erklärte Lagarde, sie verfolge die Kampagne in Frankreich mit Blick auf die für April 2027 angesetzte Präsidentschaftswahl genau. Sie hoffe, dass sich die Vernunft durchsetze und dass Frankreich – unabhängig von der künftigen Staatsführung – seine Rolle als zentrales Mitglied Europas anerkenne. Die Äußerungen erfolgten vor dem Hintergrund anhaltender politischer Unsicherheit in Frankreich und der Eurozone.



