Der ehemalige britische Wirtschaftsminister und US-Botschafter Peter Mandelson ist nach seiner Festnahme am Montag gegen Kaution freigelassen worden. Die Londoner Metropolitan Police bestätigte die Freilassung in der Nacht zu Dienstag, betonte jedoch, dass die Ermittlungen fortgesetzt werden. Weitere Details wurden zunächst nicht bekannt gegeben.
Dem 72-Jährigen wird Fehlverhalten im Amt vorgeworfen. Er soll während seiner Zeit als Wirtschaftsminister unter Premier Gordon Brown (2008–2010) engen Kontakt zum verstorbenen US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein unterhalten haben. Aus den Epstein-Akten geht hervor, dass Mandelson Epstein sensible Regierungsinformationen zugespielt haben könnte, darunter die Entscheidung über einen 500-Milliarden-Euro-Rettungsschirm in der Eurokrise einen Tag vor deren Verkündung.
Mandelson hatte Epstein zeitweise als seinen „besten Kumpel“ bezeichnet. Epstein betrieb jahrelang einen Missbrauchsring mit Dutzenden jungen Opfern und starb 2019 im Gefängnis. Gegen Mandelson selbst liegen keine Vorwürfe sexuellen Fehlverhaltens vor.
Die Affäre setzt auch den derzeitigen Premier Keir Starmer unter Druck, der Mandelson trotz Kenntnis der Epstein-Verbindung zum US-Botschafter ernannte. Mandelson musste den Posten im September 2025 räumen. Mehrere Vertraute Starmers traten zurück, und Mandelson verlor seinen Sitz im Oberhaus; ihm droht der Entzug des Lord-Titels.
Der Epstein-Skandal erschüttert seit Wochen die britische Regierung und das Königshaus. Bereits in der vergangenen Woche war der frühere Prinz Andrew wegen ähnlicher Vorwürfe vorübergehend festgenommen worden.



