Landgericht Frankfurt erlässt Verfügung gegen FIFA im WM-Ticketstreit
Gericht erlässt Verfügung gegen FIFA bei WM-Tickets

Das Landgericht Frankfurt hat eine einstweilige Verfügung gegen die FIFA erlassen, die bestimmte Gestaltungen beim Ticketverkauf für die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in Deutschland betrifft. Der Beschluss untersagt dem Weltverband, „bestimmte Gestaltungen im Zusammenhang mit dem Ticketverkauf in der Bundesrepublik Deutschland gegenüber Verbrauchern zu unterlassen“, teilte das Gericht mit. Gegen die Verfügung ist Widerspruch möglich.

Hintergrund der Verfügung: Manipulative Vergabeverfahren?

Die Ticketverkaufsplattform Ticombo GmbH, die die Verfügung beantragt hatte, wirft der FIFA manipulative Ticketvergabeverfahren vor. Konkret geht es um Zeitdruck beim Kauf, die Gestaltung des Kaufablaufs und mangelnde Transparenz auf der offiziellen Wiederverkaufsplattform des Weltverbands. Die FIFA steht seit Monaten wegen hoher Preise und ihrer Praktiken beim Ticketverkauf für das XXL-Turnier in den USA, Kanada und Mexiko in der Kritik.

Kritik an Preisen und Dynamikmodell

Bereits im März hatten die europäische Fan-Organisation Football Supporters Europe (FSE) und die Verbraucherorganisation Euroconsumers bei der Europäischen Kommission eine formelle Beschwerde über die FIFA wegen „überhöhter Eintrittskartenpreise“ eingereicht. Auch die US-Justiz beschäftigte sich mit dem Thema. Durch ein dynamisches Preismodell schwanken die Beträge, die Fans für Eintrittskarten zahlen müssen, stark. Zwei Monate vor WM-Start standen auf der offiziellen Weiterverkaufsseite vier Eintrittskarten für das Endspiel im MetLife Stadium zum Preis von jeweils knapp zwei Millionen Euro zum Verkauf – der Originalpreis betrug rund 7.582 Euro pro Ticket.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

FIFA profitiert doppelt bei Weiterverkäufen

Zudem profitiert die FIFA bei Verkäufen auf dem Zweitmarkt doppelt: Der Weltverband kassiert pro Ticket eine Gebühr von 15 Prozent sowohl vom Verkäufer als auch vom Käufer. Die Verfügung des Landgerichts Frankfurt zielt darauf ab, diese Praktiken in Deutschland zu unterbinden, zumindest vorläufig. Die FIFA hat nun die Möglichkeit, Widerspruch gegen die Entscheidung einzulegen.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration