Nicht nur im Kanzleramt scheint man ein vollkommen anderes Spiel gegen Paraguay gesehen zu haben. Auch andere Politiker posteten nach dem WM-Aus der deutschen Nationalmannschaft von der Seitenlinie und griffen daneben. Darunter ein ehemaliger Minister und die Nummer zwei in der politischen Rangfolge nach dem Bundespräsidenten.
Kanzler Merz sorgt mit Tweet für Empörung
Ein Bundeskanzler ist zwar kein Bundestrainer – kann aber mit einem Post zur falschen Zeit ähnlich die Gemüter erhitzen wie der DFB-Coach mit einer falschen Einwechsel-Entscheidung. BILD berichtete über das Social-Media-Eigentor von Friedrich Merz nach dem Ausscheiden der Nationalelf bei der WM. Doch Merz war nicht der einzige, der mit seiner Analyse danebenlag.
Lauterbach schießt mit seinem Post ebenfalls daneben
Auch Karl Lauterbach (63, SPD) befand nach Spielschluss auf X: „Unverdient. Deutschland war das gesamte Spiel über besser und hat durch einen Schiedsrichterfehler verloren. Das verdient das Team nicht.“ Nun war Lauterbach Gesundheits- und nicht Sportminister und spielt leidenschaftlich gerne Tischtennis – und das auch ziemlich gut. Über seine Fußballkünste ist nichts bekannt. Seine Spielanalyse jedenfalls geht ähnlich weit an der harten Realität vorbei wie die des Kanzlers.
Julia Klöckner komplettiert das Trio der Schönredner
Die beiden Amateur-Spielkommentatoren Merz und Lauterbach bekamen Verstärkung – und bilden eine Dreier-Kette des WM-Schönredens mit Julia Klöckner (53, CDU). Die Bundestagspräsidentin und protokollarische Nummer zwei nach dem Bundespräsidenten befand auf Instagram: „Danke, liebes DFB-Team, für schöne Fußballmomente während der WM. Der heutige Abend hat mit einem unverdienten Ausscheiden traurig geendet. Dennoch: Dankeschön für euren Einsatz!“ Dazu ein Bild der Parlamentschefin mit breitem Grinsen im DFB-Dress. Die Kommentare unter dem Post fielen deutlich unfreundlicher aus. Immer wieder mit der bohrenden Frage, die sich ganz Deutschland stellt: Welches Spiel haben die gesehen?
Die Social-Media-Posts der drei Politiker zeigen, wie weit politische Analyse und sportliche Realität auseinanderklaffen können. Während die deutsche Mannschaft nach einer enttäuschenden Leistung gegen Paraguay aus dem Turnier ausschied, sprachen Merz, Lauterbach und Klöckner von einem unverdienten Aus und Schiedsrichterfehlern. Die Fans reagierten verärgert und warfen den Politikern Realitätsverlust vor.



