Schwarz-rote Koalition einigt sich auf Reformpaket mit Steueränderungen
Koalition einigt sich auf Reformpaket mit Steueränderungen

Einigung nach langen Verhandlungen

Die Spitzen der schwarz-roten Koalition haben sich nach siebeneinhalbstündigen Beratungen im Kanzleramt auf ein umfassendes Reformpaket geeinigt. Nach Informationen des SPIEGEL enthält die Einigung auch eine Reform der Einkommensteuer. Die vier Parteivorsitzenden wollen am Donnerstagmorgen um 9.00 Uhr in einer Pressekonferenz über die Ergebnisse des Koalitionsausschusses informieren.

Die Koalitionspartner arbeiten seit Monaten an einem großen Reformpaket, das die sozialen Sicherungssysteme stabilisieren, die Bürger steuerlich entlasten und die stagnierende deutsche Wirtschaft wieder in Schwung bringen soll. Das Treffen im Kanzleramt galt als entscheidende Runde.

Einkommensteuerreform als zentraler Punkt

Der dickste Brocken in den Verhandlungen war die Reform der Einkommensteuer. Die Koalition will mit Wirkung zum 1. Januar 2027 vor allem kleine und mittlere Einkommen entlasten. Entscheidend ist die Frage der Gegenfinanzierung: Je höher die Entlastungen ausfallen, desto mehr kostet die Reform.

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Die SPD hatte sich für einen höheren Spitzensteuersatz und eine höhere Erbschaftsteuer eingesetzt, was die Union jedoch ablehnte. Im Gespräch waren auch eine Anhebung der Reichensteuer, eine Mehrwertsteuererhöhung, Subventionskürzungen oder Einsparungen im Haushalt. Nach Angaben von Teilnehmern enthält die Einigung auch eine Reform der Einkommensteuer, weitere Details wurden zunächst nicht genannt.

Weitere Reformbereiche

Das Reformpaket umfasst die Bereiche Steuer, Rente, Gesundheit, Pflege, Arbeitsmarkt und Bürokratieabbau. Erste Schritte waren bereits vor dem Treffen erfolgt: Das Sparpaket für die gesetzliche Krankenversicherung ist bereits im parlamentarischen Verfahren. Bei der Rentenreform sind sich Union und SPD einig, dass die Vorschläge einer dafür eingesetzten Kommission mit Politikern und Experten eins zu eins umgesetzt werden sollen. Es wird erwartet, dass dafür am Donnerstag ein Zeitplan vorgelegt wird.

Keine Probleme gab es dagegen schon in den Vorbereitungen beim Thema Bürokratieabbau. Die Koalition wird dazu am Donnerstag aller Wahrscheinlichkeit nach eine ganze Reihe von Maßnahmen präsentieren.

Bedeutung für die Koalition

Kurz vor der Spitzenrunde sagte CDU-Chef Friedrich Merz: „Meine Erwartung ist, dass wir wirklich einen großen Sprung nach vorn machen in der Modernisierung unseres Landes.“ Zu diesem Zeitpunkt war bereits von etwa 30 Punkten die Rede, auf die man sich geeinigt habe. Merz hatte als Ziel genannt, dass „wir alles tun, damit private Haushalte konsumieren können, aber auch die Industrie investieren kann“. Er betonte jedoch auch, dass es den „einen großen Big Bang“ nicht geben werde und der Reformprozess auch nach diesem Sommer weitergehen werde.

Das Paket hat für das schwarz-rote Regierungsbündnis große Bedeutung. Kurz nach Ostern gab es bereits einen Anlauf, ein größeres Paket zu schnüren. Ein ganzes Wochenende verhandelten Union und SPD in der Villa Borsig an einem Berliner See – und versanken schließlich im Streit. Danach rumpelte es heftig in der Koalition, die Umfragewerte der Regierungsparteien gingen weiter in den Keller. Das Reformpaket wird mit darüber entscheiden, ob die Regierung kurz vor den wichtigen Landtagswahlen in Ostdeutschland noch die Kurve kriegt.

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