Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hat bei der traditionellen Gelöbnisfeier zum Jahrestag des Attentats auf Adolf Hitler vor 82 Jahren an die gesamtgesellschaftliche Verantwortung der Soldatinnen und Soldaten appelliert. Der neue Wehrdienst schaffe ein Bewusstsein dafür, wofür es sich als Gesellschaft zu kämpfen lohne, sagte Pistorius am Montag bei der Zeremonie im Berliner Bendlerblock. „Und das stärkt unsere gesellschaftliche Resilienz.“
Erstmals Rekruten des neuen Wehrdienstes dabei
An der Gelöbnisfeier nahmen rund 240 Rekrutinnen und Rekruten der Bundeswehr teil, unter ihnen erstmals auch solche des neuen Wehrdienstes. Die Bundeswehr und die Bundesregierung setzen beim neuen Wehrdienst auf Freiwilligkeit. Ziel des neuen Wehrdienstgesetzes ist es, die Zahl der aktiven Bundeswehrsoldatinnen und -soldaten bis 2035 von derzeit gut 184.000 auf 255.000 bis 270.000 zu erhöhen.
Dienst am Gemeinwesen als Erfahrung
Durch diesen Dienst würden „wieder mehr Menschen an den Küchentischen in unserem Land sitzen, die eben aus eigener Erfahrung erzählen können, was Dienst für unser Gemeinwesen bedeutet“, sagte Pistorius. Diese Menschen könnten vermitteln, „dass Sicherheit keine abstrakte Größe ist“, sondern „Voraussetzung für unsere Freiheit, für unsere Demokratie und damit für jeden einzelnen Tag unseres Lebens“. Pistorius äußerte die Überzeugung, dass der neue Wehrdienst dazu beitragen werde, „dieses kollektive Verantwortungsbewusstsein tiefer in unserer Gesellschaft zu verankern“.
Prien erinnert an Vermächtnis der Attentäter
Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) erinnerte bei einer Feierstunde an das Vermächtnis der Attentäter um Claus Schenk Graf von Stauffenberg, die am 20. Juli 1944 erschossen wurden. Die „vielleicht wichtigste Lehre“ des 20. Juli sei „nicht die Frage, ob wir eines Tages zu Heldinnen oder Helden werden, sondern ob wir jeden Tag Menschen sind, die den Mut haben, ihrem Gewissen zu folgen“. Denn die Freiheit von morgen entscheide sich „in unserem Handeln heute“.



