45 Jahre nach dem gescheiterten Putschversuch vom 23. Februar 1981 hat Spanien damit begonnen, geheime Akten zu dem Ereignis zu öffnen. Ziel ist es, die genauen Hintergründe und die Rolle der Beteiligten zu klären. Der Putsch, bekannt als „F-23“, wurde von franquistischen Offizieren der Guardia Civil unter der Führung von Oberstleutnant Antonio Tejero durchgeführt.
Am 23. Februar 1981 stürmten bewaffnete Guardia-Civil-Einheiten das spanische Parlament in Madrid. Unterstützt von hohen Militärs, versuchten sie, die junge Demokratie zu stürzen. Die Abgeordneten wurden stundenlang in Schach gehalten, während die Putschisten die Kontrolle über das Land übernehmen wollten. Nach 18 Stunden scheiterte der Aufstand, als König Juan Carlos I. sich gegen die Putschisten stellte und die Armee zur Loyalität aufrief.
Die nun geöffneten Akten sollen Aufschluss über bisher unbekannte Details geben, darunter die genauen Kommunikationswege der Verschwörer und mögliche Verbindungen zu anderen Militärkreisen. Historiker erhoffen sich neue Erkenntnisse über die Motive und die Planung des Putsches. Die spanische Regierung betont, dass die Transparenz dazu beitragen soll, die demokratische Erinnerung zu stärken.
Der Putschversuch von 1981 gilt als eine der schwersten Krisen der spanischen Demokratie seit dem Ende der Franco-Diktatur 1975. Die Offenlegung der Akten wird als wichtiger Schritt zur Aufarbeitung der Vergangenheit angesehen. Viele Details waren bislang geheim geblieben, was zu zahlreichen Spekulationen und Verschwörungstheorien geführt hatte.



