US-Rückzug verschärft HIV-Krise in Afrika: Millionen Leben bedroht
US-Rückzug verschärft HIV-Krise in Afrika: Millionen Leben bedroht

Lagos (Nigeria) – Der Rückzug der USA aus der Entwicklungshilfe trifft Afrikas Kampf gegen HIV mit voller Wucht. Nach der Auflösung der US-Entwicklungsbehörde USAID und massiven Einschnitten warnen Hilfsorganisationen vor dramatischen Rückschritten. Besonders hart trifft es Nigeria und Simbabwe, wo die USA rund 60 Prozent der Gesundheitsfinanzierung gekürzt haben.

Die SOS-Kinderdörfer berufen sich auf internationale Modellrechnungen, wonach der US-Rückzug bis Ende des Jahrzehnts zu zusätzlichen 6,6 Millionen HIV-Neuinfektionen führen könnte. Zudem rechnen sie mit rund drei Millionen weiteren Aids-Waisen. USAID und das US-Aidsprogramm PEPFAR gehörten in den vergangenen zwei Jahrzehnten zu den wichtigsten Geldgebern im globalen Gesundheitssektor.

Eine im Fachmagazin „The Lancet“ veröffentlichte Analyse kommt zu einem alarmierenden Ergebnis: Der drastische Abbau der US-Entwicklungshilfe könnte bis 2030 weltweit bis zu 14 Millionen zusätzliche Todesfälle verursachen, darunter bis zu 4,5 Millionen Kinder unter fünf Jahren.

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In Nigeria, dem bevölkerungsreichsten Land Afrikas, leben rund zwei Millionen Menschen mit HIV. Die USA hatten über PEPFAR bislang etwa 90 Prozent der Behandlungskosten getragen, sodass rund 1,6 Millionen Betroffene lebenswichtige Medikamente erhielten. Der Finanzierungsstopp zeigt laut SOS-Kinderdörfer bereits Folgen: Landesweit kommt es zu Unterbrechungen medizinischer Leistungen, der Nachschub an HIV-Medikamenten stockt.

Besonders kritisch ist die Lage bei der Mutter-Kind-Gesundheit. Studien zufolge würden in Zukunft auch Kinderrechte, Armutsbekämpfung, Friedensförderung sowie der Schutz vor Gewalt und Ausbeutung auf dem Spiel stehen.

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