Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hat Berlins Regierendem Bürgermeister Kai Wegner (CDU) öffentlich Respekt gezollt. Der Grund: Wegners überraschender Rückzug von der CDU-Spitzenkandidatur für die Abgeordnetenhauswahl am 20. September in Berlin. Die Entscheidung löste politische Reaktionen im Nachbarland aus.
Woidke würdigt Wegners Schritt
„Ich nehme die Entscheidung von Herrn Wegner mit großem Respekt zur Kenntnis und bedanke mich für die gute Zusammenarbeit in der Hauptstadtregion für die Menschen“, sagte Woidke laut Regierungssprecherin Ines Filohn. Der SPD-Politiker betonte damit die gemeinsame Arbeit beider Länder, obwohl sie unterschiedlichen Parteien angehören.
Wegner hatte die Konsequenzen aus einer monatelangen Debatte um falsche Angaben zu seinem Krisenmanagement nach einem großen Stromausfall im Januar gezogen. Er bleibt bis zur Bildung einer neuen Regierungskoalition und der Wahl eines neuen Regierungschefs im Amt des Regierenden Bürgermeisters.
Gute Zusammenarbeit trotz Parteigrenzen
Woidke und Wegner pflegen ein gutes Verhältnis, das zuletzt auf der Konferenz der Ost-Ministerpräsidenten sichtbar wurde. Dort setzten sie sich gemeinsam für bessere Schienenverbindungen Richtung Osteuropa und für mehr Langstreckenflüge vom Hauptstadtflughafen BER ein.
Allerdings zeigten sich bei der Frage einer gemeinsamen Expo 2035 unterschiedliche Standpunkte: Woidke verwies auf mögliche Milliardenkosten, während Wegner die Chancen einer Weltausstellung hervorhob. Der Rückzug Wegners beendet vorerst diese Debatte auf Berliner Seite.



