Wegner zieht Konsequenzen aus Stromausfall-Debatte
Gut zwei Monate vor der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus am 20. September hat die CDU ihren Spitzenkandidaten ausgewechselt. Nach dem Rückzug von Regierungschef Kai Wegner soll Finanzsenator Stefan Evers die Spitzenkandidatur übernehmen. Darauf einigten sich die Kreisvorsitzenden der Hauptstadt-CDU am Montagabend, wie Fraktionschef Dirk Stettner am Rande eines Treffens sagte. Der Landesvorstand muss noch endgültig entscheiden. Die Kreisvorsitzenden wollen Evers zudem kommissarisch zum CDU-Landeschef machen.
Wegner bleibt bis zur Wahl im Amt
Am Nachmittag hatte Wegner auf einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz seinen Verzicht auf die Spitzenkandidatur erklärt. Der 53-Jährige zieht damit die Konsequenzen aus der monatelangen Debatte um falsche Angaben zu seinem Krisenmanagement während des großen Stromausfalls im Berliner Südwesten Anfang Januar. Wegner hatte zunächst verschwiegen, dass er am ersten Tag der Krise mittags eine Stunde Tennis gespielt hatte. In der Folge kamen immer wieder Ungereimtheiten zu seinem Tagesablauf am 3. Januar ans Licht. Der Wahlkampf der CDU litt zunehmend unter der Affäre; zuletzt mehrten sich Rückzugsforderungen aus den eigenen Reihen. Als Regierender Bürgermeister will Wegner bis zur Wahl und der Bildung eines neuen Senats im Amt bleiben.
Evers: Finanzsenator und Kulturchef
Der 46-jährige Stefan Evers ist seit 2023 Finanzsenator und hatte nach dem Rücktritt von Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson (parteilos) im Frühjahr auch die Leitung des Kulturressorts übernommen. Er soll nun die CDU in den verbleibenden zwei Monaten bis zur Wahl führen. Die Berliner wählen am 20. September ein neues Landesparlament.



