Die Berliner CDU hält trotz schwerer Vorwürfe gegen den Regierenden Bürgermeister Kai Wegner an ihm fest. Wegner hatte laut einem Bericht der Funke Mediengruppe über sein Verhalten beim großen Stromausfall im Januar gelogen. Dennoch bleibt er im Amt und wird als Spitzenkandidat für die anstehende Wahl ins Rennen geschickt.
Falschaussagen zum Stromausfall bestätigt
Der Stromausfall am 15. Januar 2026 legte weite Teile Berlins lahm. Wegner erklärte damals, er habe sofort das Lagezentrum aufgesucht und die Koordinierung geleitet. Interne Dokumente belegen jedoch, dass er erst Stunden später eintraf und sich nicht selbst um die Krisenbewältigung kümmerte. „Die Beweislage ist eindeutig: Wegner hat die Öffentlichkeit belogen“, zitiert die Funke Mediengruppe einen nicht genannten Insider.
Die Opposition fordert seit Wochen seinen Rücktritt. Die Grünen und die Linke haben ein Misstrauensvotum angekündigt. Wegner selbst zeigte sich unbeeindruckt: „Ich stehe zu meiner Arbeit und werde mich den Wählern stellen.“
CDU-Landesvorstand stützt Wegner
Der CDU-Landesvorstand beschloss am Dienstagabend einstimmig, an Wegner festzuhalten. „Kai Wegner hat in schwieriger Zeit Führungsstärke bewiesen. Die Vorwürfe sind politisch motiviert“, erklärte Landesgeschäftsführerin Petra Müller. Die Partei fürchtet offenbar, dass ein Rücktritt kurz vor der Wahl fatale Folgen hätte. In Umfragen liegt die CDU mit 22 Prozent nur knapp vor der SPD mit 20 Prozent.
Wegner selbst versprach Aufklärung: „Ich werde alle Fakten auf den Tisch legen. Es gab keine bewusste Täuschung.“ Kritiker bezweifeln dies. „Er hat sein Amt beschädigt. Die CDU stellt sich taub“, sagte Grünen-Fraktionschefin Clara Herrmann.
Wahlkampf trotz Krise
Die CDU startete unterdessen ihren Wahlkampf unter dem Motto „Treu bis in den Tod“. Plakate mit Wegner sind bereits in der Stadt zu sehen. Die Partei setzt auf Stabilität und Erfahrung. Ob dies angesichts der Affäre verfängt, bleibt fraglich. Die Wahlen in Berlin finden am 26. September statt.



