Der US-Schauspieler David Duchovny hat bei der Verleihung des CineMerit Awards auf dem Filmfest München eine überraschende Botschaft verkündet: Erfolg sei überbewertet. „Es sind der Schmerz und der Verlust, die uns vereinen – nicht Erfolg oder große Höhenflüge“, sagte der 65-Jährige. „Solche Momente erlebt man vielleicht ein- oder zweimal im Leben, wenn man Glück hat.“
Seitenhieb auf Donald Trump
Duchovny, bekannt aus Serien wie „Akte X“ und „Californication“, spielte dabei auf die typische Wortwahl von US-Präsident Donald Trump an: „Win, win, win.“ Amerika gelte als Gewinnernation, so Duchovny. „Aber was soll das eigentlich mit diesem ganzen Gewinnen? Lasst uns doch mal verlieren. Lasst uns verlieren, uns gegenseitig umarmen und sagen: Wir sind alle Verlierer. Können wir uns jetzt liebhaben?“
Laudatio von John Lee Hancock
Zuvor hatte Regisseur John Lee Hancock in einer Laudatio Duchovnys Wirken gewürdigt. David sei ein begabter Schauspieler, Autor, Sänger, Songwriter, Drehbuchautor und Regisseur – „und am siebten Tag ruhte er“, scherzte Hancock. „Allein diese Liste laut vorzulesen, gibt mir das Gefühl, ein totaler Faulpelz zu sein.“
Film „See You When I See You“
Duchovny war beim Filmfest in München in dem Abschlussfilm „See You When I See You“ zu sehen. Darin spielt er einen Vater, der versucht, mit dem Tod seiner Tochter umzugehen. Der Film ist eine emotionale Auseinandersetzung mit Verlust und Trauer.
Weitere Auszeichnungen beim Filmfest
Neben dem Ehrenpreis wurden noch weitere Auszeichnungen vergeben. Der CineMasters Award im internationalen Wettbewerb ging an das Drama „Von Scham und Geld“ von Regisseur Visar Morina, das am 24. September in die Kinos kommt. Der Film erzählt von einer Familie in Morinas Geburtsland Kosovo, die aus Geldnot vom Land in die Stadt ziehen muss.
Den höchstdotierten Preis – 100.000 Euro – erhielt das deutsche Koproduktionsteam der Coming-of-Age-Geschichte „Strange River“ des katalanischen Regisseurs Jaume Claret Muxart (Kinostart 27. August). Der Film handelt von Dídac, der mit seiner Familie an der Donau entlang radelt und dabei einen Jungen trifft, der ihn fasziniert. Gedreht wurde auch in Lauingen. Der CineCoPro Award würdigt internationale Filme, die mit deutscher Beteiligung entstanden sind.
Insgesamt waren auf dem Filmfest seit dem 26. Juni rund 130 Filme aus 56 Ländern zu sehen.



