CDU-Spitzenkandidat Evers: Berlin ist zu retten – aber es gibt viel zu tun
Evers: Berlin zu retten, aber viel zu tun

Berliner CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers (46) sieht die Hauptstadt in einer schweren Krise, ist aber überzeugt, dass sie noch zu retten ist. Bei einem Brennpunkt-Rundgang mit BILD durch die Neuköllner High-Deck-Siedlung und die Sonnenallee, dem „Klein Istanbul“ der Stadt, sprach der Finanzsenator offen über Müll, Drogen, Clankriminalität und Antisemitismus.

Müllproblem und Kostenlos-Mentalität

In der High-Deck-Siedlung, wo drei Viertel der Mieter auf staatliche Unterstützung angewiesen sind, stapelt sich der Müll. Stadtweit landeten im Vorjahr 55.000 Kubikmeter Abfall auf den Straßen – so viel wie 675 Güterwaggons. Evers kritisierte die „Kostenlos-Mentalität“ in Berlin: Kitas und Schulessen seien für alle kostenlos, auch für Gutverdiener. „Ich habe kein Verständnis für Kostenlos-Politik zugunsten von Gutverdienern“, sagte er. Das Geld fehle stattdessen für Jugendarbeit und Familienhilfe.

Clankriminalität und Sicherheit

Auf die Frage, wer in Neukölln das Sagen habe, antwortete Evers klar: „Am Ende müssen immer wir es sein.“ Derzeit aber hätten „klar viele kriminelle Clans“ die Kontrolle. Er warnte vor einer neuen, gewaltbereiten Generation: „Sie betritt das Parkett und ficht ihre Macht- und Revierkämpfe aus. Und da müssen wir eine genauso harte Antwort darauf finden – mit Waffen und Schusswaffengebrauch.“ Die Kriminalitätsstatistik weist für Berlin 1.119 Fälle mit Schusswaffen aus; 515-mal wurde geschossen, 40-mal scharf. Messerdelikte stiegen um 5,5 Prozent.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Drogen und Obdachlosigkeit

Evers forderte ein entschlossenes Vorgehen gegen die offene Drogenszene. „Diese Drogenschwemme, die uns zunehmend erreicht, wird Berlin alleine nicht bekämpfen können“, sagte er. Er verwies auf eine wachsende Crack-Szene und darauf, dass frühere Cannabis-Dealer nun härtere Drogen verkauften. Zur Obdachlosigkeit, die viele Parks und U-Bahnhöfe prägt, erklärte er: „Das sind oft Menschen aus Osteuropa, die hier ihren Lebenstraum verwirklichen wollten und keine Perspektive fanden.“ Er plädierte für Gespräche mit den Herkunftsländern und wies darauf hin, dass viele Betroffene kein Aufenthaltsrecht mehr hätten.

Antisemitismus und Parallelgesellschaften

2025 gab es in Berlin 2.268 judenfeindliche Straftaten. Evers betonte: „Egal, woher ich komme, was ich glaube – ich muss mich auf der Sonnenallee und überall sonst in der Stadt sicher fühlen können. Das ist im Moment nicht der Fall.“ Er verwies auf Schuluntersuchungen, wonach 30 Prozent der Schüler „eher der Scharia als dem Grundgesetz“ vertrauten. „Da sind wir in Parallelstrukturen nach wie vor unterbelichtet“, kritisierte er.

Respekt und Eigenverantwortung

Der Ordnungsamts-Mitarbeiter Thomas Kolb (65) berichtete von höheren Bußgeldern, etwa 250 Euro für weggeworfene Kippen. Evers forderte, dass Sozialleistungsempfänger Strafen durch gemeinnützige Arbeit abgelten sollten: „Gerade hier gibt es eine Menge Menschen, die durchaus in der Lage wären zu arbeiten – vielleicht nur einen Tag die Woche.“ Auch Asylbewerber wolle er zur Müllbeseitigung verpflichten.

Trotz aller Probleme zeigte sich Evers optimistisch: „Na selbstverständlich“ sei Berlin zu retten. „Ich bin nicht auf alles stolz. Ich weiß aber, dass noch verdammt viel zu tun ist. Wer glaubt, wir wären am Ende mit Berlin, der irrt sich.“

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration