Evers grenzt sich von Spahn bei Leihmutterschaft ab
Evers grenzt sich von Spahn bei Leihmutterschaft ab

Berlins CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers hat sich in der Debatte um Leihmutterschaft von seinem Parteikollegen Jens Spahn distanziert. „Für mich persönlich wäre es nicht der richtige Weg“, sagte Evers dem „Tagesspiegel“. Der Berliner Finanzsenator äußerte sich am Donnerstagabend am Rande der Queeren Wahlarena zur Abgeordnetenhauswahl, die von „Tagesspiegel“, CSD Berlin und LSVD veranstaltet wurde.

Ethisches Spannungsfeld und schwierige Debatte

Evers, der wie Spahn mit einem Mann verheiratet ist, betonte das ethische Spannungsfeld des Themas. „Es gibt jetzt eine schwierige politische Debatte“, sagte er. Die Frage nach der Legalisierung der Leihmutterschaft bewege sich in einem komplexen moralischen Raum. Der CDU-Spitzenkandidat räumte ein: „Ich sage ganz ehrlich: Ich glaube, wir Männer sind die Falschen, um diese Frage zu beantworten.“

Spahn hatte Elternschaft bekanntgegeben

Jens Spahn, Unionsfraktionsvorsitzender, hatte kürzlich seine Elternschaft mithilfe einer Leihmutter in den USA bekannt gemacht und damit eine breite gesellschaftliche Debatte ausgelöst. Während Spahn sich öffentlich für eine Liberalisierung der Leihmutterschaft einsetzt, zeigt sich Evers zurückhaltend. Er sehe das Thema als eines, „bei dem es echt schwer ist, Position zu beziehen“.

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Scharfe Kritik von den Grünen

Deutliche Worte kamen von Bettina Jarasch, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus. Sie bezeichnete Spahns Verhalten gegenüber dem „Tagesspiegel“ als „bigott und heuchlerisch“. Es passe nicht zusammen, eine Leihmutter im Ausland zu bezahlen „und gleichzeitig hier polemisch gegen Leihmutterschaft Politik zu machen“. Die Grünen-Politikerin forderte eine ehrliche und konsistente Debatte über das Thema.

Hintergrund: Leihmutterschaft in Deutschland

In Deutschland ist Leihmutterschaft nach dem Embryonenschutzgesetz verboten. Wer eine Leihmutter vermittelt oder eine Leihmutterschaft durchführt, macht sich strafbar. Dennoch nutzen immer mehr Deutsche die Möglichkeit, im Ausland – etwa in den USA oder in der Ukraine – eine Leihmutter zu engagieren. Die rechtlichen und ethischen Fragen bleiben umstritten. Während Befürworter auf das Recht auf reproduktive Selbstbestimmung verweisen, warnen Gegner vor Ausbeutung von Frauen und Kommerzialisierung des Kinderkriegens.

Auswirkungen auf den Berliner Wahlkampf

Die Äußerungen von Evers fallen in eine sensible Phase des Berliner Wahlkampfs. Die CDU versucht, sich als moderne, aber werteorientierte Partei zu positionieren. Evers' Abgrenzung von Spahn könnte als Versuch gewertet werden, konservative Wähler nicht zu verprellen, ohne die queere Community zu brüskieren. Die Queere Wahlarena, bei der Evers sprach, ist ein Format, das sich explizit an LGBTQ-Wähler richtet. Ob seine Positionierung dort verfängt, bleibt abzuwarten.

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