Die Schließung der Fischerpinte am Plötzensee in Berlin-Wedding hat eine Welle der Empörung ausgelöst. Bezirkspolitiker und Anwohner fordern den Erhalt des traditionsreichen Ausflugslokals, das seit Jahrzehnten ein beliebter Treffpunkt am See ist. Die Suche nach Lösungen zur Rettung läuft auf Hochtouren.
Ein idyllischer Ort am Plötzensee
Die Fischerpinte war weit mehr als eine einfache Gaststätte. Direkt am Steg gelegen, bot sie den Gästen die Möglichkeit, in Leihboote zu springen oder einfach die Sonne zu genießen. Der Charme des rustikalen Holzhauses und die direkte Lage am Wasser machten den Ort zu einem besonderen Ausflugsziel im Wedding. „Es ist ein Stück Berliner Kultur, das hier verloren zu gehen droht“, sagt Bezirksverordneter Klaus Müller (SPD).
Politik und Bürger kämpfen gemeinsam
Die Bezirkspolitik hat sich der Sache angenommen. In einer Dringlichkeitssitzung der Bezirksverordnetenversammlung Mitte wurde ein Antrag verabschiedet, der das Bezirksamt auffordert, alle rechtlichen und finanziellen Möglichkeiten für den Erhalt der Fischerpinte zu prüfen. Parallel dazu hat sich eine Bürgerinitiative gegründet, die mit kreativen Ideen wie einem Crowdfunding-Konzept oder der Suche nach einem neuen Pächter den Betrieb wiederbeleben will. „Die Fischerpinte ist ein Identifikationspunkt für den Wedding. Wir werden nicht aufgeben“, erklärt Anwohnerin Petra Schulz, die die Initiative ins Leben gerufen hat.
Hintergründe der Schließung
Die genauen Gründe für die Schließung sind noch nicht vollständig geklärt. Laut Bezirksamt gab es Unstimmigkeiten mit dem vorherigen Pächter, die zu einer Kündigung des Pachtvertrags führten. Der Betreiber selbst äußerte sich bislang nicht öffentlich. Die Bezirkspolitik vermutet jedoch, dass wirtschaftliche Schwierigkeiten eine Rolle gespielt haben könnten. „Wir müssen die Ursachen genau analysieren, um eine nachhaltige Lösung zu finden“, so Müller.
Zukunft ungewiss: Ideen zur Rettung gesucht
Derzeit laufen Gespräche mit potenziellen neuen Betreibern. Auch eine Übernahme durch einen gemeinnützigen Verein wird diskutiert. Die Bürgerinitiative sammelt zudem Unterschriften für eine Petition, die an den Bezirksbürgermeister übergeben werden soll. „Wir brauchen ein tragfähiges Konzept, das den Charakter der Fischerpinte bewahrt und gleichzeitig wirtschaftlich tragbar ist“, betont Schulz. Eine Entscheidung wird in den kommenden Wochen erwartet.



