Nach dem überraschenden Rücktritt von Jens Spahn als Fraktionsvorsitzender der Union hat Friedrich Merz seinen wichtigsten Vertrauten Thorsten Frei zum neuen Fraktionschef ernannt. Damit wird der Posten des Parlamentarischen Geschäftsführers im Kanzleramt frei, den Frei bisher innehatte. Nun stellt sich die Frage, wer die Nachfolge antreten wird. Mehrere Unionspolitiker werden als Kandidaten gehandelt.
Die Ausgangslage: Frei wechselt, Spahn geht
Am 23. Juli 2026 gab die CDU-Spitze bekannt, dass Thorsten Frei die Nachfolge von Jens Spahn als Fraktionsvorsitzender übernimmt. Spahn war nach internen Querelen zurückgetreten. Frei gilt als enger Vertrauter von Kanzlerkandidat Friedrich Merz und soll die Fraktion auf den Wahlkampf einschwören. Sein bisheriges Amt als Parlamentarischer Geschäftsführer der Unionsfraktion im Kanzleramt wird dadurch vakant. Diese Position ist von zentraler Bedeutung, da sie die Verbindung zwischen Fraktion und Kanzleramt koordiniert.
Die Kandidaten für die Frei-Nachfolge
Im Gespräch sind mehrere erfahrene Unionspolitiker. An erster Stelle wird der Name Alexander Dobrindt genannt. Der CSU-Landesgruppenchef gilt als erfahrener Taktiker und könnte die bayerische Perspektive einbringen. Allerdings ist Dobrindt derzeit in mehreren Ämtern gebunden, was eine Doppelbelastung bedeuten würde. Ein weiterer Kandidat ist Michael Grosse-Brömer, der bereits von 2013 bis 2021 Parlamentarischer Geschäftsführer war. Er kennt die Abläufe im Kanzleramt genau, ist aber nach der Niederlage bei der Bundestagswahl 2021 aus dem Amt geschieden. Seine Rückkehr wäre eine Option für Kontinuität.
Junge Gesichter und Überraschungskandidaten
Als Überraschungskandidat wird Patrick Schnieder gehandelt, der bisher Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion ist. Er wäre ein direkter Aufstieg aus der Fraktion. Auch Hermann Gröhe, ehemaliger Gesundheitsminister und stellvertretender Fraktionsvorsitzender, wird genannt. Er bringt langjährige Regierungserfahrung mit. Aus den Reihen der Jungen Union wird Johannes Vogel ins Spiel gebracht, der allerdings der FDP angehört und daher nicht infrage kommt. Die Entscheidung wird in den kommenden Tagen erwartet.
Die Bedeutung des Postens
Der Parlamentarische Geschäftsführer im Kanzleramt ist das Bindeglied zwischen der Regierung und der Fraktion. Er sorgt für die Abstimmung von Gesetzesvorhaben und taktischen Fragen. In der aktuellen Phase des Wahlkampfs ist dies eine Schlüsselposition. Die Neubesetzung könnte auch ein Signal für die künftige strategische Ausrichtung der Union sein. Wer auch immer das Amt übernimmt, muss sowohl das Vertrauen von Merz als auch der Fraktion haben.



