Linke in Sachsen-Anhalt: Gysi distanziert sich von Pantisanos Faschismus-Vorwurf gegen CDU
Linke in Sachsen-Anhalt: Gysi kritisiert Pantisano-Aussage

Gregor Gysi, die Ikone der Linken, hat die jüngste Aussage des neuen Bundesvorsitzenden Luigi Pantisano scharf kritisiert. Pantisano hatte der CDU am Freitag „faschistische Politik“ vorgeworfen. Beim Wahlkampfauftakt der Linken in Sachsen-Anhalt in Magdeburg sagte Gysi am Samstag: „Natürlich völlig daneben und falsch. Die CDU und CSU gehören zum demokratischen Spektrum unserer Gesellschaft, zumal es den Faschismus bagatellisiert. Und das darf man genau nicht, und schon gar nicht als Linker.“

Wahlkampfauftakt in Magdeburg: Debatte um Pantisano überschattet Veranstaltung

Die Veranstaltung in Magdeburg, bei der Gysi den Wahlkampf für die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt eröffnete, stand ganz im Zeichen der Kontroverse. Viele Anhänger der Linken zeigten sich verärgert über die Aussage des neuen Vorsitzenden. Die Spitzenkandidatin Eva von Angern erklärte gegenüber dem SPIEGEL: „Ich habe ihm gesagt, dass ich das indiskutabel finde, dass das aus meiner Sicht ein völlig falscher Blick auf die CDU ist, dass es Geschichte relativiert und dass es deswegen auch eine gefährliche Aussage ist.“ Sie betonte, dass sie zwar Kanzler Merz und Sven Schulze kritisiere, aber der Vergleich mit dem Faschismus „indiskutabel“ sei.

Auch andere Mitglieder äußerten sich ablehnend. Max Schneller von der Linken im Saalekreis bezeichnete die Aussage als „krassen Unfug“. Die CDU sei immer noch eine Partei, die die Demokratie nicht verächtlich mache wie die AfD. „Die Aussage von Herrn Pantisano ist hier vollkommen fehl am Platz und sie schadet eher den Landesverbänden in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern“, so Schneller.

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Gemischte Reaktionen: Manche sehen CDU-Politik als problematisch, aber nicht faschistisch

Ein Besucher der Veranstaltung kritisierte die pauschale Verwendung des Begriffs: „Faschistisch? Das wird immer gleich rausgehauen, das ist nicht faschistisch. Wenn man eine andere Meinung hat, wirst du gleich als Nazi hingestellt. Alle wollen Toleranz, aber wenn jemand eine andere Meinung hat … Ich finde das furchtbar.“

Mustafa Groener von der Linken Magdeburg zeigte Verständnis für die Kritik an der CDU, lehnte aber den Begriff ab: „Die CDU würde ich nicht als faschistisch bezeichnen, aber sie macht Politik der AfD von vor fünf Jahren. Sie kürzt am Sozialstaat, sie will Menschen in die Zwangsarbeit stecken und Friedrich Merz kündigt an, 800.000 Menschen abschieben zu wollen.“

Dagmar Brüning von der Linken Magdeburg merkte an: „Nun sind wir ja nicht die Lieblingsfreunde der CDU. Man kann so was auch nie verallgemeinern, weder im Bund noch im Land, auch in den Kommunen wird zusammengearbeitet, und insofern kam es nicht besonders an.“ Ein weiterer Besucher sagte: „Ja, also die wollen Menschen abschieben und könnten sie, würden sie noch faschistischer werden, aber am Ende sind sie immer noch besser als die AfD.“

Pantisano entschuldigt sich, aber der Schaden bleibt

Noah Biswanger von der Linken Magdeburg zeigte sich nachsichtig: „Ich hab schon so viele Jahre in der Partei durch. Wir sind alles nur Menschen. Hin und wieder kann man auch mal ein bisschen übers Ziel hinausschießen.“ Pantisano hatte sich inzwischen für seine Aussage entschuldigt, doch viele Anhänger zeigten sich wenig beeindruckt. Eva von Angern appellierte an die CDU: „Und ich hoffe, dass die Kolleginnen und Kollegen der CDU diese Entschuldigung annehmen. Die CDU ist eine demokratische Partei, in der viele Demokratinnen und Demokraten kämpfen. Häufig einen anderen Weg als wir, aber das ist Demokratie.“

Die Kontroverse belastet das Verhältnis zwischen Linken und CDU, insbesondere in Sachsen-Anhalt, wo eine mögliche Zusammenarbeit nach der Wahl diskutiert wird. Gysi hatte die Aussage bereits am Samstag als „völlig daneben und falsch“ bezeichnet und damit die offizielle Linie der Partei vorgegeben. Die Debatte zeigt die innerparteilichen Spannungen zwischen dem neuen Bundesvorsitzenden und den Landesverbänden, die auf Kooperation mit der CDU angewiesen sind.

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