Die SPD in der Hamburgischen Bürgerschaft hat die von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer geplanten weiteren Kürzungen der Bundesmittel für das Reeperbahn-Festival scharf kritisiert. „Wer das Reeperbahn-Festival schwächt, schwächt den Musikstandort Deutschland“, sagte Hansjörg Schmidt, Sprecher der SPD-Fraktion für die Kreativwirtschaft. Weimers Kulturpolitik habe „deutliche Schlagseite“.
Bundesförderung soll mehr als halbiert werden
Nach Angaben der Behörde von Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda (SPD) sieht der vom Bundeskabinett beschlossene Haushaltsentwurf für das kommende Jahr nur noch Fördermittel in Höhe von drei Millionen Euro vor. Im vergangenen Jahr hatte der Bund das Reeperbahn-Festival noch mit 6,27 Millionen Euro unterstützt. Für das laufende Jahr wurden die Mittel bereits auf rund 4,5 Millionen Euro gekürzt.
„Wir hoffen, dass sich in der Beratung des Haushalts im Bundestag noch Möglichkeiten ergeben, eine Bundesfinanzierung sicherzustellen, die der herausragenden Bedeutung des Reeperbahn-Festivals als einer der global wichtigsten Musikveranstaltungen und als Leuchtturm der deutschen und europäischen Musikwirtschaft weiterhin gerecht wird“, erklärte Brosda gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.
SPD wirft Weimer einseitige Schwerpunktsetzung vor
Schmidt kritisierte, dass die Bundeszuschüsse für die Bayreuther Richard-Wagner-Festspiele offenbar steigen sollen, während beim Reeperbahn-Festival gespart werde. „Diese einseitige Schwerpunktsetzung ist eines Kulturstaatsministers nicht würdig.“ Das Reeperbahn-Festival sei kein Hamburger Nischenprojekt, „sondern die wichtigste Plattform der deutschen Musik- und Kreativwirtschaft“, betonte der SPD-Abgeordnete.
Die bisherigen Kürzungen habe Hamburg mit erheblichen zusätzlichen Landesmitteln abgefedert. „Doch die Förderung der gesamten deutschen Musikbranche kann und darf nicht allein Aufgabe Hamburgs sein.“ Auch Brosda warnte: Sollten die Kürzungen wie vom Kabinett beschlossen kommen, „droht eine empfindliche Schwächung des Musikstandorts Deutschland“.



