WM 2026: Nagelsmann vor Rücktritt – Spanien feiert Rekord, Ronaldo gedenkt Jota
WM 2026: Nagelsmann vor Rücktritt – Spanien feiert Rekord

Bundestrainer Julian Nagelsmann steht offenbar unmittelbar vor seinem Rücktritt. Nach übereinstimmenden Medienberichten von Sky und der „Bild“-Zeitung soll der 38-Jährige nach einer Krisensitzung beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) am Donnerstag in Frankfurt am Main zu dieser Entscheidung gelangt sein. Nagelsmann hatte erst am Mittwoch in einer internen Mail von DFB-Präsident Bernd Neuendorf über den Stand der Dinge informiert bekommen. Der Verband selbst äußerte sich bislang nicht offiziell.

Krisensitzung und Rücktrittsempfehlung

In einer dreistündigen Sitzung auf dem DFB-Campus in Frankfurt soll die DFB-Spitze Nagelsmann einen Rücktritt nahegelegt haben. Laut „Bild“ waren neben Neuendorf auch Sportdirektor Rudi Völler, Liga-Boss Hans-Joachim Watzke und DFB-Geschäftsführer Andreas Rettig anwesend. Nagelsmann habe sich Bedenkzeit erbeten. Die „Frankfurter Rundschau“ berichtet sogar, dass die Ablösung des Bundestrainers bereits beschlossene Sache sei und bis zum Wochenende vollzogen werde. Nagelsmann hat noch einen Vertrag bis zur EM 2028, unmittelbar nach dem WM-Aus im Sechzehntelfinale gegen Paraguay hatte er einen Rücktritt jedoch ausgeschlossen. Als möglicher Nachfolger gilt Jürgen Klopp, derzeit Head of Global Soccer bei Red Bull.

Spaniens Simon knackt WM-Rekord

Spaniens Torhüter Unai Simon hat im Sechzehntelfinale gegen Österreich einen Weltmeisterschaftsrekord gebrochen. Beim 3:0-Erfolg blieb der Schlussmann von Athletic Bilbao zum fünften Mal in Folge ohne Gegentor und ist nun seit 519 WM-Minuten ohne Gegentreffer. Damit übertraf er den Italiener Walter Zenga, der bei der Heim-WM 1990 zwischen dem Auftaktspiel und dem Halbfinale 517 Minuten lang ohne Gegentor geblieben war. Simons Serie begann bei der WM 2022 in Katar, als er im letzten Gruppenspiel gegen Japan in der 51. Minute von Ao Tanaka bezwungen wurde. Seitdem kassierte er kein Tor mehr – auch nicht im Achtelfinale 2022 gegen Marokko (0:0 n.V., Elfmeterschießen) und bei den aktuellen Partien gegen Kap Verde (0:0), Saudi-Arabien (4:0), Uruguay (1:0) und Österreich (3:0).

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Portugal siegt emotional – Ronaldo gedenkt Diogo Jota

Dank Cristiano Ronaldo darf Portugal weiter vom ersten WM-Titel träumen. Der 41-Jährige erzielte beim dramatischen 2:1-Sieg gegen Kroatien den Ausgleich per Foulelfmeter (68. Minute) und bereitete den Weg für das Achtelfinale gegen Spanien. Gonçalo Ramos traf in der vierten Minute der Nachspielzeit zum Sieg. Die Partie stand ganz im Zeichen des ersten Todestages von Diogo Jota, der am 3. Juli 2025 bei einem Autounfall ums Leben gekommen war. „Er ist dort oben und leuchtet auf uns herab“, sagte der zum „Man of the Match“ gewählte Ronaldo. Vor 43.036 Zuschauern in Toronto hatte Ivan Perisic (53.) Kroatien in Führung gebracht. Ein vermeintlicher Ausgleich der Kroaten in der 13. Minute der Nachspielzeit wurde wegen Abseits aberkannt. Während Portugal weiterzieht, muss Luka Modric, Ronaldos langjähriger Weggefährte bei Real Madrid, die Heimreise antreten.

Belgien nach dramatischem Comeback im Achtelfinale

Belgien hat ein fulminantes Comeback hingelegt und sein Sechzehntelfinale gegen Senegal mit 3:2 nach Verlängerung gewonnen. Dabei lag das Team von Trainer Rudi Garcia bereits mit 0:2 zurück, ehe Romelu Lukaku (86.) und Youri Tielemans (89.) den Ausgleich erzielten. In der Verlängerung verwandelte Tielemans einen Foulelfmeter (120.+5) zum Sieg. Zuvor hatte es minutenlange Diskussionen und Videobeweis-Überprüfungen gegeben. Garcia selbst stand nach dem Spiel wegen einer Aussage über afrikanische Mannschaften in der Kritik. Er hatte gesagt: „Wir kennen solche Mannschaften: Gegen Ende des Spiels verlieren sie ihre taktische Struktur.“ Später verteidigte er sich auf X und betonte, seine Kommentare hätten sich nicht speziell gegen afrikanische Teams gerichtet.

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Österreichs Alaba lässt Zukunft offen – Spanien souverän

Österreichs Kapitän David Alaba hat seine Zukunft in der Nationalmannschaft nach dem 0:3 gegen Spanien offen gelassen. „Ich habe mir überhaupt keine Gedanken gemacht um meine Zukunft“, sagte der 34-Jährige, dessen Vertrag bei Real Madrid Ende Juni ausgelaufen war. Er wolle „erstmal diesen bitteren Moment verarbeiten“. Spanien-Coach Luis de la Fuente zeigte sich nach dem souveränen Sieg überglücklich: „Wir haben ein wundervolles Spiel gezeigt.“ Torjäger Mikel Oyarzabal traf per Doppelpack (36./89.), Pedro Porro (66.) erzielte das zweite Tor. Österreichs Trainer Ralf Rangnick haderte mit der Auslosung, die seinem Team den Europameister bereits in der ersten K.o.-Runde bescherte: „Ich glaube, dass wir mit dieser Mannschaft gegen jeden anderen Gegner auf Augenhöhe die Chance auf das Weiterkommen gehabt hätten.“

Tuchel in England in der Kritik

Trotz des Einzugs ins Achtelfinale steht Englands Trainer Thomas Tuchel in der Kritik. Nach dem mühevollen 2:1 gegen die Demokratische Republik Kongo monierte Wayne Rooney bei der BBC: „Ich habe große Bedenken. Die Abwehr ist sehr anfällig.“ Die englische Presse sparte nicht mit Kritik: Der „Daily Star“ sprach von „Tuchels katastrophaler Entscheidung“ und warf ihm vor, die Premier-League-Stars Phil Foden und Cole Palmer nicht nominiert zu haben. Der „Guardian“ analysierte: „England war in diesem Spiel zeitweise wirklich am Ende.“ Einziger Lichtblick war Harry Kane, der beide Tore erzielte und nun bei fünf Turniertreffern steht. Frankreichs Ex-Stürmer Thierry Henry adelte den Bayern-Angreifer: „Von nun an werde ich ihn Sir Harry Kane nennen.“ England trifft im Achtelfinale auf Co-Gastgeber Mexiko.

DFB-Kapitän Kimmich hadert mit WM-Aus

Joshua Kimmich hat seinen Frust über das erneute frühe WM-Aus in einem Instagram-Post zum Ausdruck gebracht. „Gemeinsam hatten wir vor, eine sehr erfolgreiche WM zu spielen, Deutschland würdig zu vertreten und einen kleinen Beitrag für eine positive Entwicklung in unserem Land zu leisten. Und wir sind gescheitert. Mal wieder. Und das macht mich fertig“, schrieb der DFB-Kapitän. Deutschland war im Sechzehntelfinale gegen Paraguay ausgeschieden – nachdem man bereits 2018 und 2022 in der Gruppenphase gescheitert war. Kimmich betonte jedoch, dass ein Rücktritt aus der Nationalmannschaft für ihn kein Thema sei: „Aufgeben ist für mich niemals eine Option.“

Weitere WM-News: USA, Norwegen und Flitzer

Die USA zogen dank eines 2:0-Sieges gegen Bosnien-Herzegowina ins Achtelfinale ein, trotz einer Roten Karte für Folarin Balogun. Norwegen feierte nach dem Achtelfinal-Einzug bereits Forderungen nach einem gesetzlichen Feiertag. Und im Spiel Belgien gegen Senegal sorgten drei Flitzer für eine kurze Unterbrechung, als sie mit Handys auf den Rasen rannten. Die Sicherheitskräfte konnten die Männer jedoch schnell vom Feld führen.