Einen Tag nach einem mutmaßlichen Brandanschlag auf ein alternatives Wohnprojekt in Cottbus haben die Grünen eine zerstörte Scheibe in ihrer Kreisgeschäftsstelle entdeckt. Die Polizei bestätigte, dass der Staatsschutz die Ermittlungen übernommen hat.
Scheibe in der Nacht zerstört
Unbekannte Täter hätten in der Nacht zum Freitag eine Scheibe der Geschäftsstelle auf einer Fläche von zwei mal einem Meter zerstört, erklärte eine Polizeisprecherin. Die genauen Umstände der Tat sind noch unklar. „Der Staatsschutz ist an den Ermittlungen beteiligt“, sagte die Sprecherin. Der Staatsschutz prüft grundsätzlich, ob eine politisch motivierte Tat vorliegt. Ein Zusammenhang mit dem vorangegangenen Anschlag auf das Wohnprojekt wird untersucht, ist aber bisher nicht bestätigt.
Mutmaßlicher Brandanschlag auf Wohnprojekt „Zelle 79“
In der Nacht zum Donnerstag waren Molotow-Cocktails auf das alternative Wohnprojekt „Zelle 79“ in Cottbus geworfen worden. Der Staatsschutz und eine Mordkommission ermitteln wegen des Verdachts des versuchten Mordes. Laut Polizei sind zwei schwarz gekleidete Männer im Alter zwischen 15 und 20 Jahren tatverdächtig. Eine Bewohnerin des Projekts hatte die Täter gefilmt. Die Polizei geht davon aus, dass die Täter aus dem rechtsextremistischen Spektrum stammen.
Ermittlungen laufen
Derzeit werden Zeugen befragt und das Videomaterial ausgewertet. Flaschen mit brennbarer Flüssigkeit wurden sichergestellt. Die Ermittler prüfen zudem eine Brandstiftung in der Nähe des alternativen Clubs „Chekov“, wo eine Zaunlatte brannte. Dort wurden mehrere Sprayflaschen gefunden. Die Polizei bittet die Bevölkerung um Hinweise zu den Vorfällen.



