Grünen-Abgeordnete Ophelia Nick verdient 2,7 Millionen Euro nebenbei
Grünen-Abgeordnete Nick verdient 2,7 Mio. Euro nebenbei

Eine gemeinsame Auswertung des Portals „Abgeordnetenwatch“ und des „Spiegel“ hat offengelegt, welche Bundestagsabgeordneten die höchsten Nebeneinkünfte erzielen. Spitzenreiterin ist mit deutlichem Abstand die Grünen-Abgeordnete Ophelia Nick aus Nordrhein-Westfalen. Seit Beginn der Wahlperiode erhielt sie 2,7 Millionen Euro aus Unternehmensbeteiligungen. Damit liegt sie weit vor dem Zweitplatzierten Alexander Engelhard (CSU), der 1,5 Millionen Euro aus seiner Bio-Getreidemühle meldete.

Nebeneinkünfte: Keine Obergrenze, aber Meldepflicht

Laut Abgeordnetengesetz (AbgG) dürfen Mitglieder des Bundestags unbegrenzt hinzuverdienen. Einkünfte über 1.000 Euro monatlich oder 3.000 Euro jährlich müssen jedoch der Bundestagsverwaltung gemeldet werden und werden auf der Website des Bundestags veröffentlicht. Von den 630 Abgeordneten haben in der aktuellen Wahlperiode 232 Nebeneinkünfte gemeldet, insgesamt rund 10,6 Millionen Euro. Die CDU/CSU-Fraktion hat mit 50 Prozent den höchsten Anteil an Hinzuverdienenden, gefolgt von der AfD (37 Prozent) und den Grünen (36 Prozent).

Ophelia Nick: Erbin und Gesellschafterin des Voith-Konzerns

Die 53-jährige Ophelia Nick, Nichte des früheren SPD-Innenministers Otto Schily, ist Erbin und Gesellschafterin des Technologiekonzerns Voith. Sie gab an, derzeit nicht für Voith tätig zu sein und dass ihre Nebeneinkünfte keinen Einfluss auf ihre politische Arbeit hätten. Auf Platz zwei der Top-Verdiener liegt der CSU-Abgeordnete Alexander Engelhard mit 1,5 Millionen Euro aus seiner Bio-Getreidemühle. Den dritten Platz belegt Sebastian Maack (AfD) mit 439.000 Euro aus Mieteinnahmen.

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Ungereimtheiten bei der Meldung: AfD-Abgeordneter unter Verdacht

Die Recherchen von „Abgeordnetenwatch“ deckten auch mögliche Verstöße gegen die Offenlegungspflicht auf. So soll der AfD-Abgeordnete Sebastian Münzenmaier seine Beteiligung an einer Immobilienfirma erst elf Monate nach deren Gründung gemeldet haben. Zudem fehlten auf seiner Bundestagsseite zwei Geschäftsführerposten. Münzenmaier bestreitet einen Verstoß. Auch auf der anderen Seite des politischen Spektrums gibt es Top-Verdiener: Linken-Politiker Gregor Gysi meldete 250.000 Euro Nebeneinkünfte aus Moderationen, Lesungen und Podcasts. Allerdings gehört er laut „Abgeordnetenwatch“ auch zu den Abgeordneten mit den meisten Fehlzeiten bei namentlichen Abstimmungen. Gysi versprach Besserung: „So werden Sie erleben, dass ich 2026 weitaus weniger fehle.“

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