Rund zwei Jahre nach der Teillegalisierung von Cannabis in Deutschland sind in Hessen 21 Anbauvereine entstanden. Das geht aus der Antwort des hessischen Innenministeriums auf eine Anfrage des fraktionslosen Landtagsabgeordneten Sascha Herr hervor, der bis Herbst 2023 der AfD angehörte.
Die meisten Clubs in Südhessen
Die Mehrzahl der Cannabis-Anbauvereinigungen befindet sich in Südhessen. Im Regierungsbezirk Darmstadt wurden zwölf Clubs genehmigt, im Regierungsbezirk Gießen sechs und im Regierungsbezirk Kassel drei. Von diesen 21 Vereinen haben 15 die Produktion bereits aufgenommen. „In der Regel wird die Höchstgrenze der Produktionsmenge nicht ausgeschöpft“, teilte das Ministerium mit.
Die Mehrheit der genehmigten Vereine hat nach Kenntnis der Landesregierung derzeit etwa 100 Mitglieder. Lediglich zwei der älteren Anbauvereinigungen haben dem Innenministerium zufolge inzwischen über 300 Mitglieder.
Rechtlicher Rahmen seit April 2024
Deutschlandweit wurde zum April 2024 mit dem Cannabisgesetz grundsätzlich der Besitz und Eigenanbau begrenzter Mengen an Cannabis für Volljährige erlaubt. Seit Juli 2024 darf Cannabis in speziellen Vereinen gemeinschaftlich angebaut und an Mitglieder abgegeben werden. Der Konsum in den Räumen der Anbauvereinigungen ist nicht erlaubt, maximal 500 Mitglieder dürfen solche Vereine haben.
Der Anbau dient ausschließlich der Versorgung der Mitglieder zum Eigenkonsum. Die Erlaubnis ist auf festgelegte jährliche Eigenanbau- und Weitergabemengen beschränkt, die sich aus dem Eigenbedarf der Mitglieder ergeben. Die Kontrolle obliegt laut Ministerium den Kreisordnungsbehörden.
Illegaler Handel bleibt Polizeischwerpunkt
Statistische Daten, ob Mitglieder genehmigter Anbauvereinigungen zusätzlich weiterhin Cannabis über den illegalen Markt beziehen, liegen dem Innenministerium nicht vor. Ebenso wenig gibt es Erkenntnisse darüber, in welchem Umfang die Vereine zur Verringerung des illegalen Cannabishandels in Hessen beigetragen haben. „Der illegale Handel mit Cannabis besteht weiterhin fort und stellt nach wie vor einen Schwerpunkt polizeilicher Bekämpfungsmaßnahmen im Bereich der Rauschgiftkriminalität dar“, erklärte die Behörde.
Laut einer Umfrage des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) aus dem April gab es bundesweit 413 Anbauvereine. Niedersachsen führte damals mit 85 Cannabis-Clubs im Verhältnis zur Einwohnerzahl.



