Die australische Regierung will das Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige strenger kontrollieren. Eine neue Studie zeigt, dass ein Großteil der Teenager die Plattformen trotz des Verbots weiterhin nutzt. Die Behörden sind dennoch von dem Vorhaben überzeugt und planen verschärfte Maßnahmen.
Studie belegt geringe Wirkung des Verbots
Laut einer am Freitag veröffentlichten Studie des Australian Institute of Family Studies nutzen 73 Prozent der 13- bis 15-Jährigen weiterhin soziale Medien wie Instagram, TikTok und Snapchat. Das Verbot war im November 2025 in Kraft getreten und sollte den Jugendschutz stärken. „Die Zahlen zeigen, dass wir bei der Durchsetzung nachlegen müssen“, sagte Jugendministerin Anne Ruston der Zeitung The Australian.
Regierung setzt auf technische Lösungen
Die Regierung kündigte an, dass ab August 2026 strengere Altersverifikationssysteme eingeführt werden. Plattformen müssen dann biometrische Daten oder amtliche Ausweise abgleichen. Bei Verstößen drohen Geldstrafen von bis zu 50 Millionen Australischen Dollar (rund 30 Millionen Euro). „Wir werden nicht zulassen, dass große Tech-Konzerne unsere Gesetze ignorieren“, erklärte Kommunikationsministerin Michelle Rowland.
Kritik von Datenschützern
Datenschutzorganisationen kritisieren die Pläne. „Die Sammlung biometrischer Daten birgt enorme Risiken für die Privatsphäre Jugendlicher“, warnte die australische Bürgerrechtsorganisation Electronic Frontiers Australia. Die Regierung betont hingegen, dass die Daten verschlüsselt und nur zur Altersprüfung genutzt würden.
Eltern und Schulen in der Pflicht
Neben technischen Maßnahmen setzt die Regierung auf Aufklärung. Ein neues Programm an Schulen soll Kinder und Eltern über die Risiken sozialer Medien informieren. „Prävention ist genauso wichtig wie Kontrolle“, sagte Bildungsminister Jason Clare. Die Opposition im Parlament forderte hingegen eine vollständige Überarbeitung des Gesetzes, da es offensichtlich nicht wirke.
Internationale Beachtung
Australien ist eines der ersten Länder mit einem solchen Social-Media-Verbot. Die EU und mehrere US-Bundesstaaten beobachten die Entwicklung genau. Experten erwarten, dass die verschärften Kontrollen die Nutzung senken könnten, aber nicht vollständig unterbinden werden.



