Mitgliederschwund beim BSW Thüringen: 200 Austritte im ersten Halbjahr 2026
BSW Thüringen verliert 200 Mitglieder

BSW Thüringen: 200 Austritte im ersten Halbjahr 2026

Der Thüringer Landesverband des Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) hat im ersten Halbjahr 2026 einen deutlichen Mitgliederschwund erlitten. Wie der stellvertretende Landesvorsitzende Robert Schöne der Deutschen Presse-Agentur mitteilte, traten rund 200 Menschen aus der Partei aus. Ein Teil von ihnen sei aus Verärgerung über die lange Bearbeitungsdauer von Mitgliedsanträgen gegangen, andere wegen Umzügen oder veränderter Lebensumstände.

Aktuelle Mitgliederzahl des BSW in Thüringen

Nach Angaben Schönes zählt das BSW derzeit etwa 570 Mitglieder in Thüringen. Im November 2025 waren es noch rund 770 Mitglieder. Ein sprunghafter Anstieg auf fast 800 Mitglieder wenige Wochen zuvor sei auf die verspätete Aufnahme länger wartender Antragsteller in die Bundesmitgliederdatenbank zurückzuführen, so Schöne. Zudem hätten die Kreisverbände kontinuierlich neue Mitglieder gewonnen.

Hintergrund der Schwankungen war ein monatelanger Streit zwischen dem Thüringer Landesverband und dem Bundesverband über die Aufnahmekompetenz. Der Bundesverband bestand auf einer restriktiven Aufnahmepraxis.

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SPD und CDU: Mitgliederrückgang durch Todesfälle und Wegzüge

Auch die Thüringer SPD verzeichnet einen Rückgang. Laut Landesgeschäftsführer Markus Giebe zählt die Partei derzeit rund 3.200 Mitglieder. „Die Mitgliederzahl entwickelt sich seit Jahren moderat rückläufig, im Schnitt verliert der Landesverband etwa 100 Mitglieder pro Jahr“, erklärte Giebe. Hauptursachen seien Sterbefälle und Wegzüge aus Thüringen, wenngleich es auch Neueintritte gebe.

Die Thüringer CDU machte auf Anfrage urlaubsbedingt keine aktuellen Angaben. Im Mai 2026 war die Mitgliederzahl auf 6.932 gesunken, nach 7.048 im Januar 2026 und rund 7.200 im Sommer 2025. Die CDU führte den Rückgang auch auf Listenaktualisierungen zurück, bei denen säumige Beitragszahler gestrichen wurden.

Linke: Stabile Mitgliederzahl dank Neueintritten

Bei der Thüringer Linkspartei gleichen Neueintritte die Austritte durch Todesfälle aus. Landesgeschäftsführer Paul Gruber bezifferte die Mitgliederzahl auf rund 4.400. „Allein im laufenden Monat Juli konnten wir stand heute 20 Neueintritte registrieren, was wir unter anderem auf die Proteste am 4. Juli gegen den Bundesparteitag der AfD zurückführen.“ Ende 2024 hatte die Linke in Thüringen noch etwa 3.200 Mitglieder.

AfD: Mitgliederzuwachs durch Wahlerfolge

Die Thüringer AfD, die vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestuft wird, verzeichnet einen leichten Mitgliederzuwachs. Laut AfD-Bundestagsabgeordnetem Torben Braga waren Anfang Juli fast 2.900 Mitglieder registriert, nach etwa 2.700 zu Jahresbeginn 2026 und rund 2.100 Anfang 2025. Braga nannte zwei Gründe: „Zum einen nehmen die Bürger eine wachsende Diskrepanz zwischen der realen Lebenswirklichkeit und der Politik der etablierten Parteien wahr. Zum anderen zeigt sich, dass der Zuspruch bei Wahlen eine verstärkende Wirkung hat. Der Wahlerfolg und die parlamentarische Arbeit motivieren immer mehr Unterstützer, den Schritt von der reinen Wählerschaft hin zu einer aktiven, gestaltenden Mitgliedschaft zu gehen.“

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