Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Berlin prüft die Möglichkeit eines Volksbegehrens, um kleinere Schulklassen gesetzlich durchzusetzen. „Zu viele Kinder sitzen in zu großen Klassen. Lehrkräfte und pädagogische Beschäftigte arbeiten seit Jahren an der Belastungsgrenze“, erklärte der Berliner GEW-Vorsitzende Gökhan Akgün. „Das ist nicht nur ein Problem für die Beschäftigten, sondern vor allem für die Kinder.“
Rechtliche und gesellschaftliche Hürden
Die GEW will zunächst klären, welche Forderungen durch ein Gesetz regelbar wären, welche das Potenzial hätten, eine breite gesellschaftliche Unterstützung zu gewinnen, und welche Erfahrungen aus bisherigen Volksinitiativen, Volksbegehren und Volksentscheiden in Berlin als Vorbild dienen können. „Wir wollen prüfen, ob wichtige Standards für Berliner Schulen dauerhaft gesetzlich abgesichert werden können“, ergänzte Akgün.
Positive Resonanz aus der Bildungsverwaltung
Die Bildungsverwaltung begrüßte die Ankündigung der GEW. „Jede Initiative, die zu einer Verbesserung der Bildungsqualität in Berlin beitragen will, ist willkommen“, teilte sie mit. Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU) betonte: „Wir teilen das Ziel, die Lern- und Arbeitsbedingungen an unseren Schulen weiter zu verbessern. Deshalb begrüße ich jede Initiative, die dieses Anliegen unterstützt.“
Gleichzeitig verwies die Senatorin auf die kürzlich geschlossene Vereinbarung zwischen der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie und der GEW. Diese sei ein erster verbindlicher Schritt hin zu kleineren Klassen. „Genau dafür haben wir erst vor wenigen Wochen eine wichtige Grundlage geschaffen – und genau diesen Weg werden wir konsequent weitergehen“, so Günther-Wünsch. Die Gespräche sollen im kommenden Schuljahr fortgesetzt werden, um weitere Verbesserungen gemeinsam zu entwickeln.
Hintergrund: Überlastung an Berliner Schulen
Die Diskussion um kleinere Klassen ist in Berlin nicht neu. Viele Schulen leiden unter überfüllten Räumen und einer hohen Belastung der Lehrkräfte. Die GEW fordert seit langem eine Senkung der Klassengrößen, um bessere Lernbedingungen zu schaffen. Ein Volksbegehren könnte nun den Druck auf die Politik erhöhen, verbindliche Regelungen zu treffen. Die genauen Schritte und der Zeitplan für die Prüfung des Volksbegehrens stehen noch nicht fest.



