Vor dem Amtsgericht Hamm muss sich die Herdecker Bürgermeisterin Iris Stalzer (58, SPD) verantworten, weil ihre eigene Stadt sich gegen sie stellt. Nach Informationen der BILD strebt das Jugendamt an, dass der Bürgermeisterin das Sorgerecht für ihren Adoptivsohn (15) entzogen wird. Die Verhandlung begann am 24. Juni 2026 um 13.08 Uhr hinter verschlossenen Türen.
Hintergrund: Messerattacke der Adoptivtochter
Vorausgegangen war dem Gerichtstermin eine schwere Tat innerhalb der Familie. Am 7. Oktober wurde die Bürgermeisterin im Keller ihres Hauses schwer verletzt. Oberstaatsanwalt Bernd Haldorn ist überzeugt, dass die damals 17-jährige Adoptivtochter die Frau mit einem Messer schwer verletzt hat. Die mutmaßliche Täterin alarmierte selbst den Rettungsdienst. Über die Messerattacke auf die Politikerin war bundesweit berichtet worden. Die Adoptivtochter wurde nach der Tat von der Polizei abgeführt und in eine Jugendpsychiatrie gebracht.
Jugendamt gegen eigene Chefin
Besonders brisant: Mitarbeiter des Herdecker Jugendamtes sitzen dabei ihrer eigenen Chefin gegenüber. Die Behörde, die organisatorisch zur Stadtverwaltung gehört, vertritt in dem Verfahren eine Position, die der Bürgermeisterin entgegensteht. Iris Stalzer kam in weißem Sommer-Outfit als Beifahrerin aus einem Wagen ihres Ehemannes und eilte schnellen Schrittes in das Gebäude. Wann der Prozess gegen die angeklagte Adoptivtochter beginnt, ist noch nicht bekannt. Zunächst war auch gegen den Adoptivsohn ermittelt worden, da er zur Tatzeit ebenso im Haus war. Nach Überzeugung der Ermittler hatte er jedoch nichts mit dem Angriff zu tun.



