Bundesweiter Bahn-Stillstand: Veralteter Funk legt Züge lahm
Ein planmäßiger Austausch einer technischen Komponente im digitalen Bahnfunk GSM-R hat am Mittwoch zu einem bundesweiten Stillstand der Deutschen Bahn geführt. Das Funknetz stammt noch aus den Neunzigerjahren und sollte durch eine Modernisierung für die Zeit bis zur Einführung eines neuen Funksystems im Jahr 2035 fit gemacht werden. Der Austausch eines Bauteils führte jedoch zu einem Totalausfall, der tausende Reisende strandete.
Bahn-Chefin Evelyn Palla erklärte im Verkehrsausschuss des Bundestags, dass die Notsysteme schnell gegriffen hätten. Nach etwas mehr als einer Stunde sei der Fehler gefunden und nach weiteren 30 Minuten behoben gewesen. Gegen 0.50 Uhr rollten erste Züge wieder an. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) forderte umfassende Aufklärung: „Die Bahn muss ihre Systeme so aufstellen, dass sich das nicht wiederholt.“
Rentenreform: Merz verteidigt Anhebung des Rentenalters
Im Bundestag hat Friedrich Merz die Vorschläge der Rentenkommission verteidigt. Die Pläne würden „zu einer dauerhaften Stabilisierung der Alterseinkommen“ mit einem neuen Gesamtversorgungsniveau führen. „Dies ist ein großer Schritt, wenn wir ihn denn hier im Deutschen Bundestag gemeinsam zum Jahresende verabreden und verabschieden sollten“, so Merz. Er bekannte sich zur Anhebung des Renteneintrittsalters: „Wenn die Menschen länger leben und älter werden, dann müssen sie auch – um ein auskömmliches Einkommen im Alter zu erzielen – wenigstens einen Teil davon auch länger arbeiten.“
Union und SPD wollen die Empfehlungen eins zu eins umsetzen. Vorgesehen ist, das Rentenalter an die steigende Lebenserwartung zu knüpfen, wodurch die Regelaltersgrenze bis 2041 um etwa sechs Monate auf 67,5 Jahre steigen würde. Die Debatte wurde zeitweise hitzig, auch wegen der Klimapolitik. Der Grüne Michael Kellner fragte Merz: „Wollen Sie als Großvater das Klima schrotten, nur weil Sie Robert Habeck nicht leiden können?“
SpaceX-Aktie stürzt ab: Milliarden-IPO enttäuscht Anleger
Der Börsengang von Elon Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX vor knapp zwei Wochen war mit 75 Milliarden Dollar der größte IPO der Geschichte. Der Kurs stieg von 150 auf über 225 Dollar und machte Musk zwischenzeitlich zum Billionär – zumindest auf dem Papier. Doch die Euphorie ist verflogen: Die Aktie verlor innerhalb weniger Tage deutlich an Wert und fiel zeitweise unter 155 Dollar – rund 30 Prozent unter dem Höchststand. Am Donnerstag lag sie kurz nach Eröffnung bei 152 Dollar. Viele Privatanleger liegen im Minus, während frühe Investoren noch profitieren. Musk ist seinen Billionärsstatus wieder los.
Experten sehen ein typisches IPO-Muster: Überzogene Bewertungen – bei SpaceX das 100-Fache des Umsatzes – machen die Aktie anfällig für Korrekturen. Gleichzeitig war der Börsengang für das Unternehmen ein Erfolg, da es viel Kapital erhielt. SpaceX kündigte zudem eine 20-Milliarden-Anleihe an, was Anleger verunsicherte, da das Unternehmen bereits über mehr als 100 Milliarden Dollar in liquiden Mitteln verfügt. „Wofür braucht SpaceX das ganze Kapital?“, fragen sich viele. Das Unternehmen plant eine 60-Milliarden-Dollar-Übernahme im KI-Bereich.
Weitere Nachrichten des Tages
Jeder fünfte Mensch in Deutschland lebt allein: 17,3 Millionen Menschen leben allein, in Großstädten deutlich mehr als auf dem Land. Ein Teleskop fotografierte 60 Millionen Sterne in der Milchstraße – eine der detailliertesten Aufnahmen des inneren Bereichs unserer Galaxie. Das Geschäftsklima erholt sich: Das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer zeigt nach oben, auch wegen der sich entspannenden Lage im Irankrieg.
Reportage: Zukunft der Daseinsvorsorge in Sachsen-Anhalt
In kaum einem Bundesland schlägt der demografische Wandel so durch wie in Sachsen-Anhalt. In der Reportage „Ihr Heimatort schrumpft, Ärzte gehen in Rente, der letzte Laden macht dicht? Vielleicht ist das hier die Lösung“ zeigt Peter Maxwill innovative Ansätze wie den automatisierten Dorfladen „Unser Schopp“ und das Telemedizin-Projekt TEAS. „Womöglich ist es so, dass man für die besten Lösungen zunächst schwere Krisen braucht“, bilanziert er.
Kultur: Clive Davis und Whitney Houston
Der Musikproduzent Clive Davis, der unter anderem Whitney Houston und Alicia Keys entdeckte, starb Anfang der Woche im Alter von 94 Jahren. Alicia Keys würdigte ihn auf Instagram: „Er hat von Anfang an an mich geglaubt, als ich gerade einmal 18 Jahre alt war ... Er stand mir in jedem folgenden Lebensabschnitt zur Seite.“ Whitney Houston hatte gestern vor 43 Jahren ihren ersten Fernsehauftritt in der Merv Griffin Show, wo sie „Home“ aus dem Musical „The Wiz“ sang. Ein Gänsehautmoment.



