Newsweek: Deutschlands Niedergang – bitterer Blick des Auslands
Newsweek: Deutschlands Niedergang – Auslandsblick

Die internationale Zeitschrift Newsweek hat einen Artikel unter dem Titel „Der Niedergang Deutschlands“ veröffentlicht, der in Berlin für Aufsehen sorgt. Autor Hugh Cameron nimmt die überraschende Fußball-Niederlage der deutschen Nationalmannschaft gegen Paraguay (Platz 41 der Weltrangliste) im Achtelfinale der WM zum Anlass, eine umfassende wirtschaftliche und politische Bilanz zu ziehen. Der Beitrag zeichnet ein düsteres Bild: Deutschland, 2014 noch als unangefochtener WM-Sieger und wirtschaftliche Supermacht beneidet, kämpft heute mit einer schwächelnden Volkswirtschaft, explodierenden Energiepreisen und einer ernsthaft bedrohten politischen Stabilität. Chinesische Käufer finden deutsche Autos altbacken, und die einstige Vorzeigewirtschaft lahmt. „Dieser Blick aus dem Ausland sollte uns zu denken geben“, kommentiert Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion, in seinem Newsletter „Hauptstadt Inside“.

Kanzler-Panne nach Fußball-Debakel

Bundeskanzler Olaf Scholz sorgte nach dem 1:2-Aus gegen Paraguay für zusätzliche Verwirrung. In einer ersten Reaktion auf der Plattform X schrieb er: „Auch wenn das Ausscheiden schmerzt: Was für ein Spiel, @DFB-Team! Mit eurem Einsatz und Teamgeist bei dieser WM habt ihr unser Land begeistert. Wir sind stolz auf euch.“ Die Botschaft stieß auf breites Unverständnis – über 17 Millionen Deutsche hatten die Partie bis 1:30 Uhr verfolgt und waren Zeugen einer enttäuschenden Leistung. Nach einem massiven Shitstorm änderte der Kanzler den Text in eine allgemeinere Solidaritätsbekundung. Das Bundespresseamt erklärte, man habe mehrere Textversionen vorbereitet und versehentlich die falsche verschickt. Quoos kommentiert sarkastisch: „Ich stelle mir gerade vor, wie das ist, wenn das Bundespresseamt nach einem erfolgreichen Abrüstungsgipfel versehentlich Drohungen verschickt. Oder statt Kondolenzworte auf einen toten Papst herzliche Glückwünsche zum Geburtstag.“

Minenjäger-Mission vor dem Abbruch

Die ohnehin zögerliche Minenräumungs-Mission der deutschen Marine in der Straße von Hormus steht offenbar vor dem Aus. Laut einem Bericht des Spiegels sieht Verteidigungsminister Boris Pistorius keine Grundlage für den geplanten Einsatz. Die Bundesregierung war zuvor gescheitert, schnell ein Mandat durch den Bundestag zu bekommen. Die beiden Schiffe – das Minenjagdboot „Fulda“ und der Tender „Mosel“ – sollen nun nach Deutschland zurückbeordert werden, bevor die Besatzung bei Außentemperaturen von bis zu 50 Grad vor Dschibuti leidet.

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Merkels Portrait größer als Schröders

Im Bundeskanzleramt wurde gestern das offizielle Portrait von Altkanzlerin Angela Merkel enthüllt. Gemalt hat es der bislang unbekannte deutsch-französische Künstler Jérémie Queyras. Das Bild zeigt Merkel in blauer „Uniform“ vor einem auffallend goldenen Hintergrund. Quoos deutet dies als ironischen Gruß an ihren Vorgänger Gerhard Schröder, der sich von Jörg Immendorff als „Gold-Boy“ verewigen ließ. Mit 110 mal 140 Zentimetern ist Merkels Portrait zudem größer als Schröders Bild (130 mal 100 Zentimeter). „Da ich den speziellen Humor der Kanzlerin kenne, glaube ich nicht an einen Zufall“, schreibt Quoos.

Der Newsletter „Hauptstadt Inside“ erscheint dreimal pro Woche und bietet Einblicke hinter die Kulissen der Berliner Politik. Quoos appelliert: „Wir brauchen bessere Stimmung, um aus diesem emotionalen Loch zu kommen.“

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